Comic: Simpsons und Futurama

Gipfeltreffen der Durchgeknallten

Foto: knesebeck

Die Simpsons ins 31. Jahrhundert gebeamt: Die Kultserien "The Simpsons" und "Futurama" fusionieren vergnüglich in einem Comic-Band.

Hamburg. Herr, wirf Hirn herab! Ein frommer Wunsch, der einen manchmal ereilt. Intelligenz soll vom Himmel fallen und sich ausbreiten. Natürlich nur bei den anderen. Im Falle der Crew des "Planet Expresses" eine fatal wahr gewordene Fiktion. Denn fiese Riesenhirne wollen sich das Universum untertan machen und schicken die Helden der Comic-Serie "Futurama" nach Springfield. In das Städtchen, in dem die gelbe Vorzeigefamilie die Simpsons lebt und Chaos verbreitet. Also: Futurama meets Simpsons.

Zum ersten Mal sind die vier Hefte, die diese einzigartige Begegnung erzählen, in einem Buch zusammengefasst, Titel: "Die Simpsons Futurama Crossover Krise". Eine absurde Geschichte als Hardcover, selbstverständlich irre bunt und mit Zusatzmaterial wie Zeichnungen, Extracovern und dem ersten "Simpsons"-Comic im Nachdruck, das 1993 den Eisner Award erhielt. Es ist fast zu schön - und doch wahr.

Beide Welten, den meisten wohl bekannt durch das Vorabendprogramm, in dem die Simpsons schon seit 20 Jahren auf Sendung sind, wurden von Matt Groening erdacht. Zuerst treffen die Figuren in Springfield aufeinander, wo die Crew des Planet Expresses sich an die Hauptfiguren hängt. Je länger sie das tun, desto mehr vergessen sie das 31. Jahrhundert, aus dem sie kommen. Symptomatisch irgendwie für das tumbe Yellow-Trash-Städtchen, in dem genauso viel Bier getrunken wie ferngesehen wird.

Und da ist Springfield auch nicht anders als Paderborn oder vielleicht Pinneberg. Und die Simpsons sind vielleicht die moderne Version von "Unsere kleine Farm". Die Familie hatte auch immer ein Problem, war auch nicht gebildet und hielt doch immer zusammen. Auch wenn Homer Simpson seine Tochter schon mal für einen Donut vergisst.

Aber es gibt Existenzielleres: Durch einen Riss im Raum-Zeit-Kontinuum verschlägt es die Simpsons in der Crossover-Krise II in das New York des 31. Jahrhunderts. Zu "Futurama". Was den unterbemittelten, gelben Eierköpfen dort passiert? Sie werden versklavt. Sogar der fiese Burns wird zum Sexspielzeug.

Gegen alle schleimigen Widrigkeiten der Riesenhirne ist es dann doch wieder der Zusammenhalt der Familie Simpson, der alle rettet. Und was sagt uns Matt Groening mit dieser Fusion? Alles ist möglich. Auch ohne Hirn. Versöhnlich ist das.

Matt Groening, Bill Morrison: "Die Simpsons Futurama Crossover Krise", Knesebeck, 208 S., 29,95 Euro.