Menschlich gesehen

Genie am Klavier

Wen die Götter lieben, den holen sie früh: Wolfgang Amadeus Mozart und Jimi Hendrix, Charlie Parker und Franz Schubert wurden keine 40 Jahre alt - auch Frédéric Chopin starb schon im Alter von 39 Jahren. Heute feiert die Musikwelt seinen 200. Geburtstag.

Chopin, am 1. März 1810 als einziger Sohn eines französischen Hauslehrers und einer polnischen Adeligen in der Nähe von Warschau geboren, war schon als Kind kaum vom Klavier wegzubekommen. Mit sieben Jahren schrieb er seine ersten Kompositionen. Andere Instrumente als das Klavier interessierten ihn kaum. Mit 21 Jahren ging der zeitlebens kränkelnde Komponist und Pianist nach Paris - nach Polen kehrte er nie zurück. Legendär wurde seine Liaison mit der Frühfeministin George Sand. Ihren 1838 gemeinsam verbrachten "Winter auf Mallorca" beschrieb die Geliebte in einem Roman. Chopin galt schon zu Lebzeiten als Genie an seinem Instrument, entzückte insbesondere die Damenwelt und die Empfindsameren unter den Herren, wenn er in Salons improvisierte.

Doch vor großen Auftritten hatte er Angst, und wenn er dann doch mal öffentlich spielte, musste er Bühne und Programm mit anderen teilen. Nur ein Konzert in seinem Leben gab er ganz allein. Sein Grab auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris ist stets mit frischen Blumen geschmückt. Chopins Herz aber ruht in Polen.