Hilfe für bedürftige Menschen in Hamburg
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Der Traum von einem Hausboot namens Huckleberry Finn

So groß in etwa soll das Hausboot Huckleberry Finn werden

So groß in etwa soll das Hausboot Huckleberry Finn werden

Foto: Arnold Schnittger

Arnold Schnittger will für seinen behinderten Sohn und andere Menschen mit Handicap eine neue Heimat schaffen. Unterstützer gesucht

Der Traum ist elf Meter lang, vier Meter breit, kann schwimmen und heißt „Huckleberry Finn“. Wenn alles gut läuft, wird dieser Traum in wenigen Monaten Realität: ein Hausboot für Menschen mit Behinderung. Arnold Schnittger arbeitet unermüdlich für dieses Ziel. Als Diplom-Segellehrer und Hochseesegler kennt er sich aus mit Booten. Und mit Menschen mit Handicap sowieso. Als sein Sohn Nico vor 25 Jahren schwerstbehindert zur Welt kam, sagte er ihm: „Halt‘ durch, ich werde immer für Dich da sein.“

Dieses Versprechen hat Schnittger bis zum heutigen Tag gehalten. Der gelernte Fotograf, vor Nicos Geburt im In- und Ausland unterwegs, gab seinen Beruf weitgehend auf, um sich ganz um Nico kümmern zu können. Denn seine Frau, von der er inzwischen getrennt lebt, wurde schwer krank. Inzwischen kann sie sich zwar wieder verstärkt um Nicos Pflege kümmern, doch ihre demenzkranke Mutter braucht ebenfalls viel Unterstützung.

Das Boot wird auch für längere Fahrten geeignet sein

Um gegen die Defizite der Pflegepolitik zu protestieren, schob Schnittger seinen Sohn 2018 im Rollstuhl von Hamburg nach Berlin. Und nun also das Boot: „Nico und ich haben bereits viele Segelreisen unternommen, sogar an der türkischen Küste“, sagt Schnittger. Jetzt plant er den großen Wurf: ein barrierefreies Hausboot mit Platz für zehn bis 15 Fahrgäste, dank eines 50-PS-Motors, Übernachtungsmöglichkeiten und einer behindertengerechten Toilette auch für längere Überfahrten – etwa in die Müritz – geeignet.

„Wir wollen den Eltern von Kindern mit Behinderung und pflegenden Angehörigen, die durch ihren herausfordernden Alltag einer enormen Belastung ausgesetzt sind, für kurze Zeit Erholung und einzigartige Erlebnissen bieten“, sagt Schnittger. Der von ihm gegründete Verein Nicos Farm kooperiert für dieses Ziel mit dem Verein Nestwärme, einer bundesweiten Organisation für die Entlastung von Eltern chronisch kranker Kinder, und der Allianz pflegender Angehöriger.

Das Wissen rund um die Seefahrt wird vermittelt

Vor Anker liegen soll das Hausboot auf der Dove-Elbe, einem tideunabhängigem und geschützten Nebenarm der Oberelbe. Schnittger will den Kindern und Jugendlichen auch das Wissen rund um die Seefahrt vermitteln: Wetter- und Gezeitenkunde, Navigation und den Umgang mit Kompass, Karte und Zirkel. Auf dem Boot sollen zudem Lesungen, Seminare und Kochkurse stattfinden.

Doch damit Traum Realität wird, braucht Schnittger Hilfe. Gesucht werden Geld- und Zeitspender für aktive Mitarbeit: „Wir möchten möglichst viele Menschen mitnehmen auf unserer Reise.“ Schon jetzt hat er Zusagen mehrerer ehrenamtlicher Helfer für den Bau des Bootes. Den Schwimmkörper muss allerdings eine Werft konstruieren, die Kosten werden auf 40.000 Euro geschätzt. Der Verein „Hamburger Abendblatt hilft“ unterstützt das Projekt finanziell.