Hilfe für bedürftige Menschen in Hamburg
Der Verein Hamburger Abendblatt hilft mit seinen Initiativen "Kinder helfen Kindern“ und „Von Mensch zu Mensch“ unterstützt sozial Schwache, Kranke und Behinderte in der Metropolregion Lesen Sie mehr »
Gemeinsam gegen Corona

Coronavirus: Tausende Spender helfen bedürftigen Hamburgern

Dorit und  Alexander Otto haben mit ihrer Stiftung 100.000 Euro für die Lebensmittelgutschein-Aktion gespendet.

Dorit und Alexander Otto haben mit ihrer Stiftung 100.000 Euro für die Lebensmittelgutschein-Aktion gespendet.

Foto: dpa Picture-Alliance / Georg Wendt

Der Abendblatt-Verein sammelt gemeinsam mit Radio Hamburg Geld für Lebensmittelgutscheine. Wir stellen einige Spender vor.

Hamburg. Jeder gibt, so viel er kann – und es sind schon mehr als 4000 Menschen aus der Metropolregion Hamburg, die für die Lebensmittelgutschein-Aktion des Vereins „Hamburger Abendblatt hilft“ bisher gespendet haben. Und durch den Aktionspartner Radio Hamburg kommen täglich viele Hundert Spender dazu.

Manche geben 25 Euro – also den Gegenwert eines Gutscheins, andere 100, mehrere Tausend oder sogar 100.000 Euro. Das ist allerdings die bisher höchste Spende, die auf dem Konto der Abendblatt-Initiative „Von Mensch zu Mensch“ einging. Und sie kam gleich zu Beginn der Spendenaktion, die am 28. März losging: von der „Dorit & Alexander Otto Stiftung“, die damit 4000 Gutscheine finanzierte.

„Die Coronakrise hat unsere Gesellschaft tief getroffen. Viele Menschen haben von heute auf morgen existenzielle Sorgen. Wir möchten helfen, ihre Not zu lindern, und unterstützen daher die Abendblatt-Aktion, um die Versorgung mit den dringlichsten Dingen sicherzustellen“, sagt die Vorstandsvorsitzende, Dorit Otto. Die Stiftung, die unter anderem die Modernisierung der Hamburger Kunsthalle finanzierte und Herzretterkurse an Schulen fördert, wurde 2011 von dem Ehepaar gegründet, „um unbürokratisch zu helfen“.

Corona: Bisher wurden rund 30.000 Gutscheine verteilt

Und genau das passt zu dieser Aktion, bei der der Abendblatt-Verein von den Spendengeldern Lebensmittelgutscheine bei fast allen großen Handelsketten wie Rewe, Penny, Edeka, Marktkauf, Netto, Lidl und Budni einkauft und diese an gemeinnützige Institutionen weiterreicht. Bisher gingen rund 30.000 Gutscheine an soziale Einrichtungen in allen Stadtteilen: an Tafeln, Frauenhäuser, Jugendhilfe-Vereine, Suppenküchen und große Hilfswerke wie Caritas, Diakonie, DRK und Heilsarmee sowie an Kirchengemeinden von Sasel bis Steilshoop. Die Einrichtungen verteilen die Gutscheine an die Bedürftigen.

Verstärkt wird die Aktion seit Dienstag von Radio Hamburg. Der beliebte Sender unterstützt den Abendblatt-Verein mit einem Spendenmarathon, der von morgens bis abends läuft und von John Ment und seinem Team mit viel Leidenschaft für die Aktion moderiert wird. Täglich melden sich unzählige Hörer und machen mit. Tiana und Thommy Thies haben ihr Taschengeld zusammengezählt und 30 Euro gegeben, „damit sich alle etwas zu essen kaufen können“.

Holger Ehrhorn spendete, weil er dankbar ist, „dass es mir gut geht, ich gesund bin und weiterhin arbeiten kann. Gerne möchte ich anderen damit helfen, damit es ihnen auch etwas besser geht.“ Kay und Christian freuen sich über ihre Jobs beim Miniatur Wunderland und drücken ihre Dankbarkeit mit einer Spende für die Gutscheine aus: „Wir wollen einen kleinen Beitrag leisten, denn wir haben das Glück, einen der besten Arbeitgeber Hamburgs zu haben, der seine Minijobber und 450-Euro-Kräfte nicht vergisst.“

Pro Woche benötigt der Abendblatt-Verein 375.000 Euro

Nachschub an Spenden wird auch weiterhin dringend benötigt, um die vielen Bedürftigen – Obdachlose, Alleinerziehende, arme Familien, Kurzarbeiter oder Senioren – mit Lebensmittelgutscheinen zu versorgen. Pro Woche benötigt der Abendblatt-Verein 375.000 Euro, um den großen Bedarf an Gutscheinen in der Metropolregion decken zu können.

Großzügige Hilfe gibt es dafür von Firmen und Stiftungen wie der von Reimund C. Reich. „Rufen Sie bitte an, wenn Ihnen ,die Munition‘ ausgeht, dann werden wir darauf kurzfristig reagieren und helfen“, versprach er schon kurz nachdem seine Reimund C. Reich Stiftung bereits 50.000 Euro für die Gutscheinaktion gespendet hatte. Jetzt legte der 86-Jährige ehemalige Trockenbau-Unternehmer noch einmal 25.000 Euro drauf, „für Ihre segensreiche Arbeit“, wie er schrieb. Denn „Hilfe für Menschen in Not“ – das ist das Motto seiner Stiftung.

Die Joachim Herz Stiftung gab 10.000 Euro für die Lebensmittel-Gutscheine. „Durch unser Projekt ,heimspiel. Für Bildung‘ in Neuwiedenthal und Billstedt wissen wir, dass es in der Coronakrise einen großen Bedarf an schneller Hilfe gibt“, sagt Vorstandsvorsitzender Henneke Lütgerath, „wir freuen uns, dass wir mit der Abendblatt-Aktion dort und in der ganzen Stadt Menschen beistehen können, die unsere Unterstützung jetzt dringend benötigen.“

Mehr als 4000 Spender gaben große und kleine Beiträge

Susanne und Arno Schmidt spendeten 4000 Euro im Namen des Teams vom Wäschehaus Möhring. Sie schrieben dazu: „Hochachtung für die großartige Initiative ,Gutscheine (zum Überleben)‘, wir danken Ihnen, dass Sie sich verpflichtet fühlen, das Spendenaufkommen in die richtigen Kanäle zu leiten. Wir vertrauen Ihnen! Heute, jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Not da, jetzt muss und kann spontan geholfen werden. Danke für Ihr Engagement, es fördert Mut, Zuversicht und menschliche Wärme!“

Außer Stiftungen und Firmen überweisen auch sehr viele Menschen aus der Metropolregion kleine und große Summen am laufenden Band. So füllen die Kontoauszüge mit Spendeneingängen inzwischen mehrere Ordner bei „Von Mensch zu Mensch“. Auf den Ausdrucken finden sich immer wieder Mut machende Worte der Spender wie „Wir sind Hamburg – Tolle Aktion – Danke für Ihren Einsatz – Supermöglichkeit, auch mit Abstand etwas Gutes zu leisten.“ Und genauso schnell, wie das Geld auf das Konto der Initiative geflossen ist, wird es in Gutscheine umgesetzt.

„Gute Wünsche für das segensreiche Wirken“ sandten der Liedermacher Rolf Zuckowski und seine Frau Monika zusammen mit einer großzügigen Spende. „Neben der Seele muss auch der Körper gesund und fit bleiben. Viele in unserer Stadt sind nicht mehr in der Lage, richtig für sich zu sorgen, da sie zu den Benachteiligten der Gesellschaft gehören. Die Corona-Hilfsaktion des Abendblatt-Vereins hat uns darum sofort überzeugt und wir haben sie gern unterstützt.“

Eine Aktion, die das Miteinander fördert

Auch Leser Werner Ebert aus Halstenbek hat sofort und gern gespendet, denn „es sind Zeiten wie diese, in denen Gesellschaften und Nachbarn zusammenhalten und einander auf unterschiedlichste Art helfen müssen. Sie haben dieses Miteinander mit angestoßen mit Ihrer Aktion und diese gesellschaftlichen Prozesse damit initiiert und gefördert – dafür möchte ich Ihnen danken.“

„Diese Hilfe ist praktisch und schnell, deswegen haben wir gespendet“

Der Ehrenpräsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Prof. Hermann Rauhe, und seine Frau Annemarie engagieren sich ebenfalls gerne in der Coronakrise und spendeten für die Gutschein-Aktion. „Von Ihrer Idee und Aktion, Lebensmittelgutscheine zu spenden, waren wir sofort begeistert, auch weil es sich um eine schnelle und praktische Hilfe handelt“, schrieb das Ehepaar.

Julian Stahl, Senior Manager Corporate Development, bei New Work SE, der Mutter des beruflichen Netzwerks Xing und der Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu, hatte die Idee, ungenutzte Restaurantgutscheine zu spenden. „Ich haben einen Aufruf gestartet, dass die Kollegen auf ihre Essensgutscheine verzichten mögen und der entsprechende Betrag stattdessen für gute Zwecke gespendet wird. Ein voller Erfolg! An unserem größten Standort in Hamburg sowie in München und Wien haben sich mehr als 200 Kollegen beteiligt – wir freuen uns, rund 5000 Euro an ,Von Mensch zu Mensch‘ spenden zu können.“

Weitere Infos zum Radio-Hamburg-Spendenmarathon unter: www.spenden.radiohamburg.de

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