Neuer Glanz in der alten Rindermarkthalle

Edeka, Budni, Aldi, Bio-Company und weitere Einzelhändler garantieren Nahversorgung auf St. Pauli

Früher trampelten hier täglich mehrere Tausend Rinder und Schafe herum, und es roch nach frischem Dung. Jetzt riecht es nach Kaffee, frisch gebackenem Brot und warmer Küche – und statt Vieh wuseln Menschen herum, die hier einkaufen, essen oder etwas trinken möchten. Die ehemalige Markthalle St. Pauli, 1951 als eine der modernsten und größten Rindermarkthallen Europas eröffnet, ist zu einem Nahversorgungszentrum mit Seltenheitswert geworden: Zusätzlich zu den konventionellen Mietern Edeka, Aldi und Budnikowsky gibt es in einer Art Markthalle eine Reihe individueller Einzelhändler und Gastronomen, darunter die Bio-Company, das Küchengeschäft Gebrüder Jürgens, die Confiserie Paulsen, aber auch einen Eisladen, eine Tapasbar und einen Blumenladen aus dem Stadtteil.

Die Eröffnung der Rindermarkthalle St. Pauli vor einer Woche setzt einen Schlusspunkt hinter das Ringen um die Nutzung des knapp 15.000 Quadratmeter großen Gebäudes. Ab Mitte der 70er-Jahre hatte es wechselnde Supermärkte beherbergt. Schon bevor der letzte, ein Real-Markt, 2010 auszog, gab es erste Pläne, zumindest einen Teil als Music Hall zu nutzen. Dagegen gab es Proteste der St. Paulianer und der Recht-auf-Stadt-Bewegung.

Nachdem die Rindermarkthalle 15 Monate leer gestanden hatte, präsentierte der Bezirk im September 2011 Edeka Nord als Hauptmieter. Budnikowsky und Aldi sollten einziehen und ins Obergeschoss Initiativen aus dem Stadtteil, eine Kita sowie die Mevlana-Moschee, die schon vorher hier ansässig war. Herzstück sollte der Eingangsbereich werden, mit zahlreichen Einzelhandelsständen. Dieses Konzept wurde von den meisten Anwohnern begrüßt.

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