Hamburg

Raser: Wandsbeker Chaussee soll zwei Spuren enger werden

Hamburger Polizeibeamte kontrollierten "Autoposer" (Symbolbild)

Hamburger Polizeibeamte kontrollierten "Autoposer" (Symbolbild)

Foto: Anspach/dpa

Neuer Vorstoß der rot-grünen Bezirksfraktion: Polizeikontrollen und bauliche Maßnahmen sollen illegale Rennen stoppen.

Hamburg. Die rot-grüne Koalition im Bezirk Wandsbek startet einen neuen Vorstoß zur Verengung und zum Rückbau der Wandsbeker Chaussee/Wandsbeker Marktstraße. Anlass sind die regelmäßigen Meldungen der polizeilichen "Kontrollgruppe Autoposer" über illegale Autorennen auf der Wandsbeker Hauptschlagader. Sie bezeichnet die B75 als "wiederkehrenden Antreff- und Anhalteort auffälliger Fahrerinnen und Fahrer". In ihrer Beschlussvorlage für die Bezirksversammlung am Donnerstag regt die Koalition neben verstärkten Polizeikontrollen die "Prüfung baulicher Maßnahmen" an.

Die Wandsbeker Chaussee, die mit Leerständen in den Erdgeschossläden kämpft, hat sich in den vergangenen Jahren zur Hamburger Hochburg der Shisha-Bars entwickelt. Zuletzt war sie auch Schauplatz von Schießereien und Razzien im Milieu.

Fahrbahnverengung schon beschlossen

"Wir wollen einen Fachmann der Verkehrsbehörde einladen und wissen, was sie von einer Reduzierung von drei auf zwei Richtungsfahrbahnen hält und ob sie Möglichkeiten für Fahrbahnverschwenkungen sieht", sagte der SPD-Abgeordnete Patrick Martens. Kurven könnten die lange Gerade vielleicht entschärfen und für Raser unattraktiv machen. Auch solle wie am Jungfernstieg eine ständige Überwachung der neuralgischen Kreuzungen an der Straße installiert werden.

Rot-Grün hatte schon in der vergangenen Legislatur beschlossen, die Wandsbeker Chaussee und die Wandsbeker Marktstraße durchgehend auf zwei Richtungsfahrbahnen zu beschränken und insbesondere zwischen den Bahnhöfen Ritterstraße und Wandsbeker Chaussee zurückzubauen. Der neue Beschluss knüpft ausdrücklich an die alte Forderung an. Der Rückbau der Straße sollte die unfallträchtige Enge auflösen, die Fahrrädernund Fußgängern auf den schmalen Wegen jenseits der Fahrbahnen derzeit geboten wird. Außerdem würde damit der Verkehr insgesamt verlangsamt und die Lebensqualität der Anwohner wachsen. Deshalb auch hatte schon der Lärmaktionsplan der Umweltbehörde die Verengung der Wandsbeker Chaussee empfohlen. Jetzt kommt das Raser-Problem dazu.

Rot-Grün will Bürgerbeteiligung

Auf die Leistungsfähigkeit der Straße würde die Verengung laut Rot-Grün keinen Einfluss haben, weil sie ja bereits heute in Teilen zweispurig sei und im fraglichen Bereich immer wieder zwischen Drei- und Zweispurigkeit wechsle. Ein Flaschenhals entstehe also nicht, argumentierten die Verkehrspolitiker im Bezirk. 2013 sahen es Polizei und Innenbehörde anders, und an ihrem Veto scheiterten die Wandsbeker Pläne. Der Bezirk braucht ein Ja der Landesbehörden.

"Eine Verringerung der Fahrspuren kann durch geschickte Planung wie vor dem Quarree sowohl zu einer Tempo- als auch einer Lärmreduzierung führen. Nebenbei erhält die Chaussee durch breitere Gehwege, zeitgemäße Radfahrstreifen und die Pflanzung von Bäumen mehr Aufenthaltsqualität", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Wandsbeker Grünen, Joachim Nack. Bei einer Umgestaltung sollte die Bevölkerung beteiligt werden, forderten Nack und Martens.