Wandsbek

Jugendzentren warten auf versprochene Millionenförderung

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Axel Ritscher
Auch im Jugendzentrum Jenfeld helfen viele ehrenamtlich

Auch im Jugendzentrum Jenfeld helfen viele ehrenamtlich

Foto: Andreas Laible

Bürgerschaft hatte wegen Flüchtlingskrise Geld bewilligt. Finanzbehörde will nicht zahlen und setzt auf komplizierte Prüfverfahren.

Hamburg.  Eine Million Euro extra hatte die Bürgerschaft Anfang des Jahres für Flüchtlingskinder bewilligt. Die Jugendzentren der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) sollten damit in die Lage versetzt werden, schnell und unbürokratisch Angebote zu machen und den jungen Zuwanderern bei der Suche nach einer Perspektive Halt zu geben. Jetzt ist das Geld immer noch nicht verteilt.

Die Finanzbehörde geht davon aus, dass die Zusage aus der Bürgerschaft den Haushalt nicht rechtsverbindlich geändert hat und interpretiert sie daher bloß als „Ersuchen“. Als Bittsteller sollen auch nicht die sieben Bezirke auftreten, sondern die einzelnen Träger der Jugendzentren mit ihren Einzelmaßnahmen. Statt also das Geld bequem durch Aufstocken der pauschalen Rahmenzuweisungen für die Bezirke auszuzahlen, wird es nun projektbezogen vergeben. Auf entsprechende „Ersuchen“ hin wollen die Behörden „Zweckzuweisungen“ vornehmen.

Jugendzentren hatten auf schnelle Hilfe gehofft

„Das hat zur Folge, dass die Träger die Projekte quasi erfinden müssen und mit viel Papier dokumentieren und beantragen, obwohl doch bloß schnelle und einfache Hilfe gefragt war“, sagt die jugendpolitische Sprecherin der Wandsbeker CDU-Fraktion, Franziska Hoppermann, „Basisarbeit wie offene Ohren, bespielbare Räume und Beschäftigung darf man nicht zum ‘Projekt’ hochstilisieren und damit die Mittelvergabe blockieren.“

Ende September soll es dazu ein Gespräch der sieben Bezirksvertreter mit der Sozialbehörde geben. Wo das Geld für die längst laufenden Projekte herkommt, blieb bisher vielfach dem Improvisationstalent der Einrichtungen und der Jugendhilfeausschüsse überlassen.

In Jenfeld kommen fast nur noch Flüchtlingskinder

In Jenfeld zum Beispiel hat sich die Zahl der Besucher im Jugendzentrum mit dem Ankommen der Flüchtlinge verzehnfacht, sagt Thomas Augustin, Prokurist des Trägers Quadriga. Das Jugendzentrum werde praktisch nur noch von jungen Flüchtlingen genutzt. Die frühere Klientel kommt gar nicht mehr. Das Mittagessen für Schulkinder ist zur Verköstigung der Flüchtlingskinder geworden. Die Außenanlagen sind schwer renovierungsbedürftig, die Zäune niedergetreten, weil die Flüchtlinge auch nach den Öffnungszeiten noch auf das Gelände drängen, um an das WLAN-Netz zu kommen.

In Jenfeld übernahm der Bezirk die Zwischenfinanzierung. Benötigt werden laut Quadriga Geld für die Instandsetzung, Sachkosten und neues Mobiliar, ein Container für Lagerzwecke und vor allem: Personal.

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