Sonderschule

Behörde lenkt ein: Schule Tegelweg wird wieder geputzt

Unterricht in Klasse 5 an der Schule Tegelweg (Archivbild)

Unterricht in Klasse 5 an der Schule Tegelweg (Archivbild)

Foto: Roland Magunia

Hamburgs Schulsenator hat sich eingeschaltet und zusätzliche Reinigung veranlasst. Ein Teil des Problems bleibt jedoch bestehen.

Hamburg. Gute Nachrichten für die Schule Tegelweg in Farmsen-Berne: Nachdem das Abendblatt über die Sparmaßnahme an der Sonderschule berichtet hatte, lenkt die Schulbehörde nun ein und hat für einen zusätzlichen Putzdienst gesorgt.

Zuvor hatte die Nachricht, dass die Schule Tegelweg ab dem 1. Juli nur noch einmal am Tag gereinigt wird, bei Eltern und Politik für große Empörung und Entsetzen gesorgt – zumal es sich um eine Schule handelt, die von 140 zum Teil schwerst mehrfach behinderten und dementsprechend gesundheitlich sensiblen Kindern und Jugendlichen besucht wird und die Räumlichkeiten eine besondere Reinigung erfordern. Eltern befürchteten eine erhebliche Belastung für Schüler, Lehrer, Therapeuten und Betreuer. Politiker sprachen von einem Skandal und übten harsche Kritik an Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Schulbehörde übernimmt Kosten für die Zusatz-Reinigung

Jetzt hat die Behörde auf den massiven Protest reagiert: Seit Anfang der Woche werden die Schulräumlichkeiten am Vormittag zusätzlich für zwei Stunden geputzt – die Kosten übernimmt die Behörde. „Ich freue mich darüber, dass eine gute Lösung gefunden werden konnte“, sagt Schulsenator Rabe dem Abendblatt. „In der Tat habe ich selbst in diesem Fall zu einer Lösung beigetragen.“ Seiner Ansicht nach wäre das allerdings gar nicht notwendig gewesen, „wenn alle Beteiligten vorher vernünftig miteinander geredet hätten.“

“Wir freuen uns sehr, dass die Schule nun wieder häufiger gereinigt wird“, sagt Schulleiter Matthias Gerber, der zuvor die Schulaufsicht um Unterstützung gebeten hatte. Ein Teil des Problems bliebe jedoch weiterhin bestehen. „Denn wer putzt in den restlichen Stunden?“ Bis zum 1. Juli gab es einen Tagesreinigungsdienst während des laufenden Betriebs. „Das bedeutet, dass eine Person von 10 bis 16 Uhr auf Zuruf im Einsatz war“, erläutert Gerber. Dass pädagogische Fachkräfte Klos und Liegen putzen, volle Windeleimer nach draußen bringen sollen und sich in der Zeit nicht um die Schüler kümmern können, ist für Gerber nicht vorstellbar.

Fazit des Elternratsvertreters: „Das Kämpfen lohnt sich immer“

Auch Eltern und Lehrern wäre es am liebsten, wenn der ursprüngliche Reinigungsumfang wiederhergestellt würde. „Die zwei zusätzlichen Stunden sind zwar nicht viel und weniger als zuvor, aber besser als gar nichts“, sagt Christian Kleinke, dessen Sohn die Schule Tegelweg besucht. Dennoch seien es sehr erfreuliche Nachrichten. Das Fazit des Elternratsvertreters, der auch Mitglied der Elternkammer Hamburg und Vorsitzender des Kreiselternrats Sonderschulpädagogik ist, lautet: „Das Kämpfen lohnt sich immer.“