Farmsen-Berne

Wütender Protest gegen Schulschließung

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Axel Ritscher
Der Versuch der Eltern, die Schulbehörde zum Einlenken zu bringen, war erfolglos

Der Versuch der Eltern, die Schulbehörde zum Einlenken zu bringen, war erfolglos

Foto: Michael Rauhe / HA

Die Linksfraktion wirft Schulsenator Ties Rabe Willkür gegen jede Vernunft vor. Das breite Bündnis für die Schule werde ignoriert.

Die Linksfraktion in der Bürgerschaft hat die Schulbehörde scharf angegriffen. Gegen den Willen eines ganzen Stadtteils, gegen den Willen aller politischen Parteien vor Ort und gegen die Elterninitiative in Berne werde der Grundschulstandort Lienaustraße geschlossen.

Das jetzt von der Behörde offiziell verkündete Aus sei „ein willkürlicher Akt des Schulsenators, der weder vor dem Wohl der Kinder noch vor der Vernunft ein Einsehen hat. Hier wurde ein Standort systematisch organisatorisch immer weiter geschwächt, um ihn dann ganz schließen zu können, sagte die schulpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Bürgerschaft, Sabine Boeddinghaus.

Die Sanierung der Schule sei laut Schulbehörde zu teuer

Die Behörde hatte den Eltern gegenüber mehrfach erklärt, eine Sanierung der denkmalgeschützten Schule sei zu teuer. Die seit zehn Jahren anhaltenden Spekulationen über die fällige, aber stets ausgebliebene Sanierung hatten die Anmeldezahlen gedrückt, aber laut Elternschaft nicht unter das kritische Maß fallen lassen. Die Schulbehörde hatte jedoch in ihrem Brief an die Eltern jetzt erklärt, dass der Standort wegen der Schülerzahlen geschlossen werde.

Dass die Stadt gesetzlich in besonderer Weise zur Denkmalpflege verpflichtet ist, spielte in ihren Erklärungen zur Zukunft der Schule keine Rolle. Ein Konzeptansatz der Elternschaft, der die Schule auch als Bildungszentrum für Flüchtlinge nutzen wollte und der über die Linksfraktion den Weg in die Bürgerschaft fand, scheiterte an der rot-grünen Mehrheit. Im Bezirk hatten SPD und Grüne noch für den Erhalt der Schule gestimmt.

Der Linken-Fraktionschef im Bezirk Wandsbek, Julian Georg, sprach von einer „völlig falschen und unsozialen Entscheidung. Sie missachtet den Bezirk bewusst und verschlechtert die Schulsituation im Stadtteil nachhaltig“. Die Schüler der Lienaustraße sollen im Sommer auf Nachbarschulen verteilt werden. Der Hinweis der Eltern, dass die Verjüngung des Stadtteils begonnen habe und die Schülerzahlen mittelfristig in jedem Fall steigen werden, verpuffte.

Auch in SPD-Kreisen vor Ort war zu hören, dass der Schließung in Berne durchaus in etwa zehn Jahren ein Neubau folgen könnte. Wegen der vielen Kinder im Stadtteil. Der massive Protest der Berner SPD-Distriktvorsitzenden Monika Hauto, die einen Brief an Bürgermeister Olaf Scholz geschrieben hatte, war ohne Resonanz geblieben.

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