Rahlstedt

Neue Perspektive für Altlast an der Wandse

Seit Jahren rottet die alte Lackfabrik "Arostal" auf vergiftetem Grund vor sich hin. Nun könnte endlich die Sanierung des Geländes erfolgen.

Hamburg. Seit 2005 rottet die ehemalige Lackfabrik „Arostal“ zwischen Altrahlstedter Kamp und Wandseredder auf schwermetall- und benzolverseuchtem Boden vor sich hin – nun könnte sich hier bald etwas tun: Wie der Rahlstedter SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Ole Thorben Buschhüter durch eine Kleine Anfrage an den Senat erfuhr, haben die Eigentümer des Grundstücks einen Bauvorbescheidsantrag beim zuständigen Bezirksamt gestellt. Dieser sei inzwischen auch genehmigt worden, sagte Buschhüter gegenüber abendblatt.de. Dem Entwurf nach könnten auf dem Gelände nach Austausch des verseuchten Bodens bald drei Häuser mit je fünf Wohnungen und einer Tiefgarage gebaut werden.

Dass der Bauvorbescheid erteilt wurde, hat auch Konsequenzen für den Umgang mit dem ehemaligen Fabrikgelände, das wegen des verseuchten Bodens im Altlastenhinweiskataster als Altlast geführt wird: Da sich dort nun bauliche Veränderungen abzeichneten, habe die zuständige Umweltbehörde nun die Sanierung des Geländes gefordert, erklärte Buschhüter.

+++++Auf Suche nach dem Gift im Boden+++++

Bereits 2006 hatte die Umweltbehörde eine Sanierungsanordnung gegen die Grundstückseigentümerin erlassen, diese nach dem Widerspruch der Eigentümerin aber wieder zurückgezogen – mit der Begründung, dass die vorhandene Bebauung eine Austragung der giftigen Substanzen ins Grundwasser sowie in die nahegelegene Wandse verhindere, so Buschhüter. Handlungsbedarf bestehe erst dann, wenn bauliche Maßnahmen anstünden, so wurde damals seitens der Behörde argumentiert – und dieser Fall ist nun mit dem Bauvorbescheid eingetreten.

Der Austausch des giftbelasteten Grundes wäre eine Maßnahme, auf die viele Anwohner schon seit Langem warten. "Wir hätten auf dem Grundstück zwar am liebsten eine öffentliche Grünfläche gehabt, aber wenn im Rahmen der geplanten Baumaßnahmen endlich der verseuchte Boden ausgetauscht wird, begrüßen wir das natürlich", sagte Ralph Miller von der Interessengemeinschaft Arostal-Lackfabrik . "Die vielen giftigen Substanzen im Boden stellen schließlich ja auch ein beträchtliches Gesundheitsrisiko für die Anwohner dar." Wenn im unmittelbaren Umkreis des Fabrikgeländes plötzlich mehrere Menschen an Krebs sterben, stimme das nachdenklich, so Miller. Und sogar mit radioaktiven Materialien könnte in der Arostal-Lackfabrik gearbeitet worden sein: Buschhüters Kleine Anfrage ergab auch, dass auf dem Gelände möglicherweise auch Leuchtfarben hergestellt wurden, die zu früheren Zeiten häufig radioaktive Stoffe enthielten.

Nach Schätzungen der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) würde eine Bodensanierung rund 100.000 Euro kosten – da das gesamte Ausmaß der Sanierungen aber noch nicht geklärt ist, können keine genaueren Angaben gemacht werden.

Auch wenn noch unklar ist, wann mit dem Abriss der Fabrikgebäude und dem Austausch des Bodens begonnen wird, begrüßt der Bürgerschaftsabgeordnete Buschhüter die neuesten Entwicklungen: „Ich bin froh, dass sich angesichts des Bauvorentscheids nun wieder eine Perspektive für das Gelände ergibt.“