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Eine App für Kinder, die vor Mobbing schützt

Safetonet-App

Safetonet-App

Foto: Safetonet

SafeToNet verhindert mit einer Feedback-Funktion Hass-Nachrichten, erkennt depressive Verstimmungen und gibt Eltern Tipps

Wenn Eltern ihren Kindern ein Smartphone kaufen, machen sie sich oft nicht klar, welche Folgen das haben kann. Jedes dritte Kind wird im Internet sexuell belästigt, ergab eine Studie des SOS-Kinderdorfs. Fast jeder zweite Jugendliche mache negative Erfahrungen im Netz, räumt der Branchenverband Bitkom ein. Eine neuartige App mit einer auf künstlicher Intelligenz beruhenden Technologie soll nun vor allem Schulkinder vor den Gefahren im Internet schützen. Die bahnbrechende Idee: Während Tochter oder Sohn munter drauflos chatten, macht eine besondere Funktion auf dem Smartphone noch während der Texteingabe auf bedenkliche oder beleidigende Formulierungen aufmerksam. Beispiel: Wenn ein verärgerter Schüler etwa „Du bist wirklich hässlich“ schreibt, mischt sich SafeToNet ein und fragt in einem aufgepoppten Fenster: „Denk lieber noch mal nach. Wie würdest du dich fühlen, wenn du diese Nachricht erhalten würdest?“ Im Extremfall verhindert die App sogar das Versenden bedenklicher Nachrichten. So soll sexuellem Missbrauch, Cybermobbing und aggressiven Hass-Nachrichten vorgebeugt werden, auch Selbstzweifel und eine depressive Verstimmung soll der „intelligente Begleiter“ erkennen.

Die Eltern werden bei einem möglichen Risiko alarmiert

Die Eltern bekommen von alldem zunächst nichts mit. Sie erfahren nicht, mit wem ihr Kind sich austauscht und was in dem Chat steht. Den jeweiligen Standort sehen sie nur, wenn die Kinder ihn per Knopfdruck freigeben. Erst wenn sich der „Sicherheitsstatus“ negativ verändert, wenn zum Beispiel die Gefühlslage des Kindes oder die aggressive Sprache alarmierend erscheint, so erläutern es die Macher der Plattform, werden Mutter oder Vater über ihre „Eltern-Ansicht“ von der App informiert – alle 15 Minuten. Auch gibt es Informationen zu neuen Online-Trends, wenn zum Beispiel Apps auftauchen, die für die Kinder ein Risiko darstellen könnten. Es gehe auch darum, dass „Sie über Entwicklungen in der digitalen Welt immer auf dem Laufenden sind“, schreiben die App-Entwickler.

Damit unterscheidet sich SafeToNet, hinter dem ein gleichnamiges Unternehmen für Cybersicherheit in London steckt, erheblich von den vor allem in den USA beliebten Überwachungs-Apps, mit denen Eltern die Handys ihrer Kinder steuern können. Firmengründer Richard Pursey, der selbst drei Kinder hat, bietet sein Portal seit ein paar Wochen auch in deutscher Sprache an und hat dafür eine Niederlassung in Köln gegründet. Die Markteinführung wird vom niedersächsischen Innenministerium und der Gewerkschaft der Polizei mit der Initiative „Kinderonline schützen“ unterstützt. Dass SafeToNet die Arbeit nicht ausgehen wird, dafür sorgt das Internet selbst. Mit 156 Millionen E-Mails – pro Minute.

Die App SafeToNet gibt es in allen App-Stores (Google Play, Apple Store, Samsung Store). Der Download ermöglicht zunächst eine kostenlose Nutzung von 30 Tagen. Danach betragen die Kosten für ein Jahresabo in den App-Stores 31,99 Euro, pro Monat 2,99 Euro. Weitere Infos unter: www.kinder-online-schützen.de