Kolumne

Überwachungs-App ja oder nein?

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: Andreas Laible / HA

Vertrauen ist gut, aber eine App, die Alarm gibt, sobald es meinem Kind schlecht geht oder es gemobbt wird, ist auch sinnvoll

Kürzlich erzählte mir ein Freund meines Sohnes, dass seine Eltern immer wüssten, wo er sei, weil er sie für die Standortüberwachung freigeschaltet habe. Im ersten Moment fand ich das gut, weil es den Eltern scheinbar mehr Sicherheit gibt, aber meine Söhne verwahrten sich vor dieser Form der Überwachung – was ich gut verstehen kann. Sie sind alt genug, ich muss nicht immer wissen, wo sie sind.

Wären meine Kinder jünger, würde ich jedoch vermutlich diese neue SafeToNet-App installieren (siehe Artikel), die zwar auch eine Eltern-Ansicht hat, aber vor allem durch eine Feedback-Funktion Kinder davon abhält, Hass-Mails zu schreiben oder auf einen obskuren Erwachsenen hereinzufallen. Das System kann durch künstliche Intelligenz alarmierende Worte erkennen und gibt ein Feedback – das finde ich ziemlich schlau, weil auch Kinder sich dann Gedanken darüber machen, ob das, was sie schreiben, vielleicht verletzend ist.

Besser als jede Kontrolle ist aber natürlich, wenn die Kinder das Vertrauen haben, sich bei Mobbing, depressiven Verstimmungen oder irritierenden Anfragen von Männern, den Eltern direkt anzuvertrauen.