HSV-Stürmer

Wie Fiete Arp schwer kranke Kinder zum Lächeln bringt

Der junge Fußballer verteilt Seelentröster an schwer kranke Kinder – und wird dabei nachdenklich.

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Der HSV-Jungprofi verteilt Seelentröster der Abendblatt-Initiative „Kinder helfen Kindern“ im UKE – und wird dabei nachdenklich.

Hamburg.  Geduldig wartete die 16 Jahre alte Hester gemeinsam mit den anderen jungen Patienten im Bühnenraum des Kinder-UKE. Das kranke Mädchen hatte sich gleich mehrere Fragen für Fiete Arp überlegt. „Meine Schwester würde in Ohnmacht fallen, wenn sie ihn hier sehen würde“, sagte sie aufgeregt. Doch als der junge Fußballprofi im Raum ankam, war Hester schon wieder weg. Sie musste dringend zum Ultraschall – ihr Klinikalltag.

Für alle anderen kleinen und jugendlichen Kranken und deren Eltern war der Besuch des 18-jährigen HSV-Stars eine aufregende und schöne Unterbrechung ihres Klinikaufenthalts. Fiete Arp war gekommen, um die Seelentröster namens Fiete an Jungen und Mädchen im UKE zu verteilen und sich ihren Fragen zu stellen.

Der kleine kuschelige Seebär der Abendblatt-Initiative „Kinder helfen Kindern“ soll kranke und bedürftige Kinder trösten, eine Ablenkung sein von ihrem Schock und den Schmerzen, wenn sie nach einem Unfall oder mit einer Erkrankung in eine Kinderklinik kommen. Es gibt das Kuscheltier, das durch Leserspenden finanziert wird, inzwischen in vielen Hamburger Einrichtungen wie der Notaufnahme in der Kinderklinik Wilhelmstift, im Kinderkrankenhaus Altona, beim Ambulanten Kinderhospizdienst Familienhafen e. V. und beim Rettungsdienst G.A.R.D. Das Kinder-UKE ist neu dabei und hat deswegen erst in dieser Woche 1100 Fietes bekommen, die nun von seinem Namensvetter Fiete Arp offiziell übergeben wurden. Zuvor aber stellte er sich den Fragen der Kinder.

Fiete Arps Besuch – Abwechslung vom Klinikalltag

So wollte Elfi (9) von ihm wissen, wie er darauf gekommen sei, Fußball zu spielen. „Ich komme vom Dorf, das macht bei uns jeder“, sagte Fiete Arp, der beim SV Wahlstedt anfing. Ein anderes Mädchen wollte wissen, ob er seine Eltern nicht vermisst habe, als er so früh aufs Sportinternat ging. „Manchmal vermisse ich mein Zuhause schon, vor allem weil ich kein Sternekoch bin“, gab der Fußballer als Antwort und verriet zudem, dass er eine Katze habe, zwei bis drei gute Kumpels und eine Freundin, die öfters bei ihm ist. Und dass er sich nun aber auch darauf freue, Weihnachten von seinen Eltern – die getrennt leben – mit Kartoffelsalat und Würstchen verwöhnt zu werden.

Als der kleine Tjark (5) fragte, wie viele Tore er denn schon geschossen habe und ob er oft gefoult wurde, verzog Fiete Arp ein wenig das Gesicht. Diese Frage schmerze ihn nun schon etwas, gab er offen zu. „In diesem Jahr habe ich wohl mehr Fouls kassiert als Tore geschossen“, sagte er.

Und natürlich gab es dann auch Autogramme – auf die Fiete-Stofftiere. Prof. Dr. Konrad Reinshagen stellte sich in die brav wartende Schlange. Er hatte ein Trikot für seinen sechsjährigen Sohn dabei, auf dem Fiete Arp unterzeichnete. „Ich finde diese Aktion wunderbar, denn der Klinikalltag ist für die Kinder oft lähmend, und so erleben sie und auch die Eltern etwas Positives“, sagte der Direktor der Kinderchirurgie. Einen ähnlichen Effekt sieht Krankenpflegerin Sarah Graham durch den Seelentröster. „So ein Kuscheltier können wir gut in der Notaufnahme gebrauchen, denn ein kleiner Freund im Arm kann schon ein bisschen die Schmerzen und die Angst lindern“, sagte die stellvertretende Stationsleiterin der Kindernotaufnahme.

Arp: „Es gibt nichts Schöneres“

So kuschelte der kleine Mika, der eine schmerzhafte Bauchentzündung hinter sich hat, sogleich mit dem Seebären, während seine Mutter Nicole Janott noch ein Autogramm für ihren älteren Sohn mitnahm. „Fiete Arp hat das hier wirklich toll gemacht, super sympathisch“, sagte sie.

Für den jungen Sportler war diese Art des Auftritts eine Premiere und es gab Momente, in denen er auch nachdenklich wurde, als er danach noch auf die Kinderkrebsstation ging und den schwer kranken Jungen und Mädchen, die nicht in den Bühnenraum durften, die Stofftiere persönlich vorbeibrachte.

„Es gibt nicht Schöneres, als Kindern in solch einer schwierigen Situation gerade zur Weihnachtszeit eine Freude zu machen, und es war wunderbar, dass ich diesen kranken Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern konnte“, sagte der sehr reif wirkende Jugendliche. Und der Zufall, dass dieser Seebär ausgerechnet Fiete heiße, „passt natürlich zu mir“. Der Name wurde 2017 nach einem Abendblatt-Aufruf von den meisten Kindern für das Stofftier gewählt.

Wo es Seelentröster Fiete gibt

Fiete Arp war schon fast wieder weg, als Hester noch angehetzt kam, einen Tropf auf Rollen mit sich ziehend. „Halt! Ich wollte doch noch was fragen“, rief sie aufgeregt. „Warum bist du in Hamburg geblieben?“ „Ich war noch nicht so weit, dass ich die Stadt, mein Zuhause und meinen Verein verlassen wollte“, sagte Arp und fügte hinzu, dass er sich nun darauf freue, mit seiner Familie Zeit zu verbringen. „Es ist doch schön, wenn man zum Fest der Liebe auch Liebe miteinander teilt.“

Den Seelentröster Fiete gibt es für zehn Euro (ein Teil davon ist Spende an „Kinder helfen Kindern“) in der Abendblatt-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18–32, und im Abendblatt-Onlineshop.