Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Foto: Juergen Joost / Jürgen Joost

Wenn ich mich umschaue, sehe ich so viele Menschen, die hart für das Jetzt und die Zukunft arbeiten, die gebildet und kreativ sind.

Kennen Sie das Gefühl, wenn man in einem Autobahnstau steckt und man sich nur noch hilflos und wütend fühlt? Und wie viel besser es einem dann geht, wenn man an der nächsten Ausfahrt abfährt und auf der Landstraße einen Umweg bis zur nächsten Auffahrt macht. Dadurch kommt man zwar nicht immer schneller voran, aber alleine wieder zu fahren, aktiv zu sein, statt stumpf in der Automasse zu stehen, tut unglaublich gut.

Das war es, was ich suchte, meine persönliche Ausfahrt aus der Euro-Krise, aus dieser Negativspirale, die mich oft überkam, wenn ich darüber las. Und da fand ich es spannend, dass ein Autor wie Stephan Marks zu Hoffnung statt Resignation aufruft. Und ich habe zugelassen, dass sie in mir wächst, diese Hoffnung, dass wir aus dieser Krise rauskommen, dass unser Land stark genug dafür ist. Denn wenn ich mich umschaue, sehe ich so viele Menschen, die hart für das Jetzt und die Zukunft arbeiten, die gebildet und kreativ sind. Ich sehe ein soziales System, das zwar Schwächen, aber dennoch Substanz hat. Ich sehe eine Wirtschaft, die Qualität produziert und Unternehmer mit Visionen hat. Und deswegen glaube ich ganz fest daran, dass wir jeden Abgrund überwinden werden, dazu müssen wir nur unseren Gedankenstau auflösen.

Ihre Sabine Tesche

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