Schüler erforschten Hamburgs wilde Tiere

Drei Grundschulklassen wurden beim Lesekisten-Wett bewerb ausgezeichnet

Hammerbrook. Elifs wildes Tier ist ein Tagpfauenauge, Joe hat sich eine Mücke ausgesucht. Wunderschön anzuschauen sind die beiden filigranen Insekten, die die beiden Drittklässler der Grundschule Mümmelmannsberg aus Papier und Draht im letzten Schuljahr gebastelt haben. Auf dem großen dreidimensionalen Holzplateau, das die ganze Klasse gestaltet hat, tummeln sich viele unterschiedliche Tiere, die bunte Hochhaussilhouette ihres Stadtteils bildet den Hintergrund. Für diese kreative Arbeit haben die 20 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit zwei weiteren Hamburger Grundschulklassen - der 3c der Schule Am Pachthof und 2a der Schule Richardstraße - den Lesekisten-Wettbewerb 2010 gewonnen.

Gestern wurden die drei Gewinnerklassen in einer Feierstunde in der Kinderbibliothek (Kibi) geehrt. "Alle drei Beiträge sind richtige Kunstwerke, an dem jedes einzelne Kind seinen Anteil hatte. Ihr habt alle viel Neues über die Tiere in eurem Umfeld gelernt, wart richtige Forscher", sagte Jurymitglied Cornelia Lüttgau vom Landesinstitut für Lehrerbildung.

36 erste und zweite Hamburger Grundschulklassen haben vor den Sommerferien am Lesekisten-Wettbewerb zum Thema "Tiere in der Stadt: zu Land, im Wasser oder in der Luft" teilgenommen, alle Werke werden bis zum 2. Oktober in der Kibi am Hühnerposten 1 gezeigt. Der Wettbewerb ist Teil des Lesekisten-Projekts der Bücherhallen Hamburg und der Schulbehörde. Das Hamburger Abendblatt unterstützt die Aktion. Ziel ist es, die Lesefähigkeit frühzeitig zu fördern und den Spaß an Büchern zu wecken. Dazu erhalten die ersten und zweiten Klassen in Hamburg zu Beginn des Schuljahres auf Wunsch eine Kiste mit Büchern - inzwischen sind 1123 Kisten im Umlauf. Zusätzlicher Anreiz ist dann die Teilnahme am Wettbewerb, der jedes Jahr unter einem anderen Motto steht und einen Bezug zu den Lesekisten haben sollte. Wichtig dabei: Der Beitrag muss gemeinsam erarbeitet werden. Ansonsten sind der Art der Darstellung keine Grenzen gesetzt.

So hat die 2a der Schule Richardstraße ihre Tiere gleich in zwei Formen präsentiert: In einem großen Forscherbuch stehen alle gesammelten Informationen über die wilden Stadttiere. Außerdem haben die Schüler Pappschachteln gebastelt, in denen sie die Tiere in ihrem Lebensraum zeigen. Sophie jedenfalls fand es klasse: "Ich habe über eine Ente geforscht, das fand ich super spannend."

Die 3c der Schule Am Pachthof hat wiederum eine riesige Papierblume erstellt und auf den einzelnen Blütenblätter die Lebenswelt ihres einzigen Forschungsobjekts, die Amsel, sehr detailliert aufgezeichnet. "Die Kinder haben dadurch ein Bewusstsein für den Lebensraum dieser Vögel bekommen", sagte Lehrerin Ramona Mausolf.