"Ich kann Grundschülern einen guten Start ermöglichen"

Hamburg. "Es ist wichtig, dass Jungen neben ihren Stars aus Sport und Musik auch reale Identifikationsfiguren und positive Vorbilder haben", sagt Marc Lüke. Der 31-Jährige ist Lehrer an der Wichernschule in Horn - seit einem Jahr und damit ebenso lange wie die Schüler der 2b, die er als Klassenlehrer betreut. Im 27-köpfigen Grundschulkollegium ist er einer von sieben Männern. "Das ist schon viel", sagt Lüke, "oft gibt es an Grundschulen nur zwei männliche Pädagogen: den Sportlehrer und den Schulleiter."

Auch wenn man als Grundschullehrer Seltenheitswert besitze, sei es sein Traumberuf, sagt Lüke. "Ich mag die pädagogische Aufgabe. Das habe ich bereits während der Schulzeit gemerkt, als ich in einem Fußballverein Kinder trainiert habe." Gerade den Söhnen der vielen alleinerziehenden Mütter heutzutage fehle es an männlichen Vorbildern. Auch könnten sich männliche Pädagogen besonders gut in die Lage von Jungen hineinversetzen und so entsprechend reagieren. "Oft wollen Jungs einfach nur zeigen, wie aktiv sie sind oder wie gut sie mit dem Ball umgehen können." Gerade im Sportunterricht sei es daher wichtig, dass sie sich mal austoben und vor den anderen beweisen könnten.

Grundsätzlich falle den männlichen Pädagogen auch der Umgangston mit den Jungen leichter. "Sie brauchen im Gegensatz zu Mädchen ganz klare, konkrete Aufforderungen." Wenn ein Lehrer Disziplin einfordere, würde das schnell von den männlichen Schülern akzeptiert werden. Er selbst habe sich oft allein deswegen akzeptiert gefühlt, weil ihm als Mann in diesem traditionellen Frauenberuf eine Sonderstellung zukomme. Auch hinsichtlich des Unterrichtsstoffs versucht Klassenlehrer Lüke, seinen Jungs so gerecht wie möglich zu werden. "Ich lasse so oft es geht Themen wie Dinosaurier, Ritter oder Autos in den Unterricht einfließen."

Keiner solle bei ihm zu kurz kommen, sagt Grundschullehrer Lüke. Man merkt dem Pädagogen an, dass sein Beruf seine Passion ist. Und wirklich bestätigt er: "Grundschüler sind genau die Zielgruppe, mit der ich immer arbeiten wollte. Ich kann einen positiven Einfluss auf die Kinder ausüben, habe eine gewisse Verantwortung ihnen gegenüber und kann ihnen durch meine Tätigkeit einen guten Start ins Schulleben ermöglichen."