Kommentar: Ringen um Schulfrieden

100 Prozent sind kein Kompromiss

Komplizierte Verhandlungen sind ohne ein Klima des gegenseitigen Vertrauens zwischen den Protagonisten kaum zum Erfolg zu führen. Knapp zehn Stunden haben die schwarz-grüne Koalition und die Volksinitiative "Wir wollen lernen" im Hamburger Rathaus nun schon um die Einführung der Primarschule gerungen. Das Misstrauen und teilweise sogar die Abneigung sind geblieben.

Die Volksinitiative muss sich fragen lassen, ob sie wirklich eine Einigung will, die etwas anderes beinhaltet als die Umsetzung ihrer Positionen zu 100 Prozent. Eins ist klar: Sollte es doch zu einem Volksentscheid kommen, weil die Gespräche scheitern, dann wird das Ergebnis der Abstimmung eben nicht zu einem Schulfrieden führen. Der Glaubenskampf um die richtige Schulform wird weitergehen.

Gerade wer sich auf die Verbesserung der Qualität des Schulsystems beruft und dafür plädiert, dass die Schulen im Interesse der Schüler mehrere Jahre in Ruhe arbeiten sollen, muss jetzt zu einer einvernehmlichen Lösung mit Augenmaß bereit sein.