Schnelsen

Nach Polizeischüssen auf Audi – Wohnungen durchsucht

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Die Polizei Hamburg nimmt einen Mann und eine Frau nach einer Verfolgungsjagd auf der A7 fest. Beamte der Verkehrspolizei hatten sogar auf deren Leihwagen geschossen.

Die Polizei Hamburg nimmt einen Mann und eine Frau nach einer Verfolgungsjagd auf der A7 fest. Beamte der Verkehrspolizei hatten sogar auf deren Leihwagen geschossen.

Foto: Michael Arning

Ein Fahranfänger flüchtete mit Leihwagen auf der A7 vor der Polizei. Beamte schossen auf das Auto. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse.

Hamburg. Polizisten aus Schleswig-Holstein hatten am Freitag auf der A7 einen Leihwagen des Carsharing-Anbieters "Miles" verfolgt, nachdem dessen Fahrer vor einer Verkehrskontrolle geflüchtet war. Dabei kam es auch zu einem Zusammenstoß zwischen dem zivilen Funkstreifenwagen und dem Fluchtauto. Schließlich schossen die Polizisten auf den Audi. In Schnelsen konnten die Beamten den Fahrer schließlich vor einer Grundschule festnehmen.

Das zuständige Hamburger Landeskriminalamt und das Dezernat Interne Ermittlungen haben nun neue Erkennnisse zur Verfolgungsjagd und zu den Schüssen des Beamten auf den Audi gewonnen. Das teilte die Hamburger Polizei am Montag mit.

Demnach fuhr der 18-Jährige bei seiner Flucht vor dem zivilen Fahrzeug der Polizeidirektion Neumünster verkehrsgefährdend und missachtete auch mehrere rote Ampeln. Als er in Schnelsen vom Schleswiger Damm in den Anna-Susanna-Stieg abbog, kam es zur Kollision mit einem unbeteiligten Pkw der Marke Nissan. Dessen Fahrer, 47, wurde leicht verletzt. Die mitfahrende knapp zweijährige Tochter blieb unverletzt.

Verfolgungsjagd: Schüsse konnte den 18-Jährigen nicht stoppen

Am Beginn des Anna-Susanna-Stiegs rammten die schleswig-holsteinischen Beamten das Fluchtauto mit ihrem zivilen Funkstreifenwagen. Der Fahrer hielt offenbar auch kurz an, setzte seine Flucht dann aber weiter fort. In dieser Situation soll es zu den Schussabgaben gekommen sein. Die Beamten setzten die Verfolgung fort und rammten das Auto in Höhe der Schule erneut. Dort endete die Flucht des 18-Jährigen.

Der Fahranfänger erlitt eine Verletzung an der Schulter, seine 15-jährige Beifahrerin blieb unverletzt. Zwar hatten sich zunächst keine Hinweise auf einen Alkohol- oder Betäubungsmittelkonsum ergeben, gleichwohl wurde dem 18-Jährigen eine Blutprobe entnommen. Er war später aber zunächst wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden.

Polizisten entdeckten gefälschte Papier im Fluchtauto

Nachdem auch die Unfallaufnahme durch die Spezialisten des Unfalldiensts West abgeschlossen war, durchsuchten Ermittler des Kriminaldauerdienstes das Fluchtauto. Hierbei fanden die Polizisten im Kofferraum des Audi mehrere offensichtlich gefälschte tschechische Personaldokumente.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hamburg wurden daraufhin Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen des Tatverdächtigen und seiner Beifahrerin sowie auch der Wohnung seiner Mutter in Quickborn erwirkt.

Nach Verfolgungsjagd: Ermittler durchsuchen Wohnungen

Der 18-Jährige befand sich in seiner Wohnung in Langenhorn, als die Ermittler noch am Freitagabend zur Durchsuchung erschienen. Sie beschlagnahmten dort eine Schreckschusswaffe, einen Spezialdrucker, geringe Mengen Betäubungsmittel, knapp 2000 Euro Bargeld sowie weitere Dokumente.

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Weil sich der Tatverdacht der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung erhärtet hatte, wurde der junge Mann erneut vorläufig festgenommen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hamburg wurde er anschließend auch einem Haftrichter vorgeführt. Mangels Haftgründen erging gegen ihn aber kein Haftbefehl, sodass er später wieder entlassen wurde.

Die weiteren Ermittlungen des zuständigen Landeskriminalamts und des Dezernats Interne Ermittlungen dauern an.

( ras/ced )

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