Feuer gelöscht

Großbrand in Wilhelmsburg: "Alles in Schutt und Asche"

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Von einem Auto auf dem Firmengelände ist nur noch die verkohlte Karosserie übrig.

Von einem Auto auf dem Firmengelände ist nur noch die verkohlte Karosserie übrig.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Nach 36 Stunden ist das Feuer aus – größter Einsatz seit neun Jahren für die Hamburger Feuerwehr. Brandursache unklar.

Hamburg. Fast 36 Stunden nach dem ersten Feueralarm haben die Einsatzkräfte den Großbrand eines Lagerhallenkomplexes in Wilhelmsburg gelöscht. Am Donnerstag um 17.15 Uhr erfolgte die offizielle Mitteilung „Feuer gelöscht“ für den größten Feuerwehreinsatz seit neun Jahren, wie ein Sprecher der Hamburger Feuerwehr mitteilte. Die erste Alarmmeldung war Mittwochfrüh um 5.34 Uhr eingegangen.

Am Donnerstagabend ging der Einsatz mit deutlich verringerten Kräften noch weiter, am späten Abend wurde das Gelände schließlich einem Sicherheitsunternehmen übergeben – die Feuerwehr ist nur noch zu Kontrollen vor Ort, das nächste Mal am Freitagmorgen. Die Feuerwehr hatte am Donnerstag noch alle Hände voll zu tun. Auf dem Gelände waren den Tag über noch rund 70 Einsatzkräfte der Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr damit beschäftigt, die letzten Glut- und Wärmenester zu löschen, wie ein Feuerwehrsprecher sagte.

Wilhelmsburg: Lagerhallenkomplex vollständig zerstört

Mit Radladern und Baggern wurden Trümmer der Lagerhallen im Stadtteil Wilhelmsburg beiseite geräumt. Der Lagerhallenkomplex brach wegen des Feuers komplett zusammen und brannte bis auf die Grundmauern nieder. „Das liegt alles in Schutt und Asche. Nur ein paar Betonpfeiler ragen noch in den Himmel.“

Es handelte sich um einen Brand der Kategorie „Feuer sechs“. Diese Bezeichnung bedeutet, dass sechs Löschzüge sowie zahlreiche Freiwillige Feuerwehren an den Brandort gerufen werden. „Zuletzt hatten wir am 2. Januar 2012 bei einem Feuer in Harburg „Feuer sechs“, sagte der Sprecher. „Da war eine Halle mit Kautschuk darin abgebrannt.“

Großbrand: Innensenator dankt Einsatzkräften

Der Einsatz in dem Industriegebiet wurde zeitweise durch Starkwind, Schnee und Graupel teils erheblich erschwert. Innensenator Andy Grote (SPD) dankte den Einsatzkräften auf Twitter für deren „nervenzehrenden und kraftraubenden Einsatz“. „Die Anstrengung lässt sich nur erahnen“, twitterte Grote. Die Feuerwehr Hamburg dankte ebenfalls auf Twitter dem Technischen Hilfswerk „für die großartige Unterstützung beim #Großbrand in #Hamburg#Wilhelmsburg - ob mit Bagger, mit Drohne, mit Fachberatung oder Radladern - in unterschiedlichsten Situationen“.

Die amtliche Warnung der Feuerwehr wegen starker Rauchentwicklung konnte am Donnerstag wieder aufgehoben werden. Etwa 24 Stunden lang wurden Anwohner angehalten, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. Am Morgen seien die südlichen Stadtteile Hamburgs zwar weiterhin von der Rauchentwicklung betroffen gewesen - allerdings in deutlich geringerem Ausmaß, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Brandursache weiter unklar – immenser Sachschaden

Warum der Lagerhallenkomplex, in dem Kartonagen, Nüsse und Cashewkerne gelagert wurden und zu dem auch ein Bürokomplex gehörte, in Brand geraten war, müssen nun die Experten des Landeskriminalamtes klären. Am Donnerstag war die Brandursache weiter unklar. Zur Schadenshöhe konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Verletzt wurde durch das Feuer niemand.

( dpa )

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