S-Bahn in Hamburg

Mann stürzt ins Gleisbett – Zeugen greifen beherzt ein

An der Station Königstraße stürzte ein Mann vor eine einfahrende S-Bahn. Er konnte gerade noch gerettet werden. (Symbolbild)

An der Station Königstraße stürzte ein Mann vor eine einfahrende S-Bahn. Er konnte gerade noch gerettet werden. (Symbolbild)

Foto: picture alliance / HOCH ZWEI

Großer Schreck am S-Bahnhof Königstraße. Zeugen bewahrten den 37-Jährigen vermutlich vorm Tod. Berufsverkehr eingeschränkt.

Hamburg. Manchmal zählt jede Sekunde. In diesem Fall retteten drei Zeugen mit ihrer schnellen Reaktion einem 37 Jahre altem Mann, der ins Gleisbett gestürzt war, wahrscheinlich das Leben. Sie halfen ihm auf den Bahnsteig – gerade noch rechtszeitig, bevor die nächste S-Bahn am Bahnhof Königstraße einfuhr.

Wie die Bundespolizei am Freitag mitteilte, war der 37-Jährige am Morgen gegen 7 Uhr über den Bahnsteig getorkelt. Andere Wartende beobachteten, wie der angetrunkene Mann ins Gleisbett fiel. Geistesgegenwärtig hätten drei Zeugen reagierten, so ein Bundespoizeisprecher. Ein 33-Jähriger lief zur Notrufsäule in der Bahnsteigmitte, um den Vorfall zu melden.

S-Bahnhof: Zwei Männer ziehen 37-Jährigen aus dem Gleisbett

Zwei weitere Reisende, beide ebenfalls 37 Jahre alt, rannten währenddessen zur Bahnsteigkante von Gleis 1. Dort konnten sie ohne in den Gleisbereich herabzusteigen und sich selbst in Lebensgefahr bringen zu müssen, den Mann aus dem Gleisbett herausziehen.

Der Unglücksort befand sich nur wenige Meter hinter dem S-Bahn-Tunnel. Nur einige Sekunden nach der geglückten Rettungsaktion rollte die S-Bahn ein. Nach Einschätzung der Bundespolizisten vor Ort wäre der Mann mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Bahn erfasst worden und hätte möglicherweise schwerste oder gar tödliche Verletzungen erlitten.

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Der 37-Jährige hatte sogar noch mehr Glück. Einer der beiden Retter an der Bahnsteigkante war ein ausgebildeter Notfallsanitäter, der sofort mit der medizinischen Erstversorgung begann. Feuerwehr und Beamte der Bundespolizeiinspektion Hamburg trafen später am Unglücksort ein. Da der Mann stark alkoholisiert war, wurde der Gerettete in ein Hamburger Krankenhaus transportiert. Ansonsten kam er mit Schürfwunden davon.

Citytunnel gesperrt, Züge fallen aus

Aufgrund des Einsatzes musste der Citytunnel gesperrt werden. Es kam zu Behinderungen im Berufsverkehr. Züge der Linie S2 und S11 fielen teilweise aus. Zudem sorgte ein defekter Zug auf Höhe Elbgaustraße morgens für Verspätungen auf der Linie S3 und S21. Gerade diese Linie war zuletzt öfter von Verspätungen betroffen. Nach knapp einer Stunde konnte der Citytunnel wieder freigegeben werden.

Die Bundespolizeiinspektion Hamburg warnt in diesem Zusammenhang erneut vor den Gefahren: Der Aufenthalt in den Gleisen ist verboten. Leichtsinniges Verhalten an Bahnanlagen kann zu schweren Unfällen führen. Aus Gewicht und Geschwindigkeit einer S-Bahn resultiert ein entsprechend langer Bremsweg. Bevor die S-Bahn zum Stehen kommt, kann es deshalb schon zu spät sein. Zusätzlich werden Unbeteiligte gefährdet wie in diesem Fall die Retter.