Hamburg

Schlag gegen Einbrecherbande – Polizei entdeckt Diebesgut

Die Spezialeinheit "Castle" hat Wohnungen und einen Kleingartenverein durchsucht – und viel Beweismaterial sichergestellt.

Hamburg. Die Polizei Hamburg hat im Kampf gegen die Einbruchskriminalität am Mittwochmorgen fünf Wohnungen in Altona-Altstadt, Borgfelde, Bramfeld, Rotherbaum und Barmbek-Nord sowie einen Kleingartenverein in Groß Borstel.durchsucht. Laut einem Polizeisprecher erwirkten die Beamten der LKA-Einheit "Castle" Durchsuchungsbeschlüsse, die gleichzeitig gegen 6 Uhr vollstreckt wurden. Die Durchsuchungen standen im Zusammenhang mit der Bekämpfung reisender Wohnungseinbrecher im gesamten Hamburger Stadtgebiet.

Die Maßnahmen richteten sich laut Mitteilung der Polizei gegen einen 29-jährigen Ecuadorianer, dessen 54-jährige ecuadorianische Mutter, seine 24-jährige deutsche Freundin und eine weitere 42-jährige Deutsche. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen werden der Mann und die drei Frauen verdächtigt, mutmaßliche südamerikanische reisende Wohnungseinbrecher aktiv unterstützt zu haben, entweder weil sie als Kontaktpersonen agierten, Unterkünfte bereit stellten oder organisierten oder als Zwischenhehler erbeuteten Diebesgutes auftraten. In der jüngeren Vergangenheit war es mehrfach zu Festnahmen solcher mutmaßlicher chilenischer Wohnungseinbrecher gekommen.

Wissenwertes zur Soko "Castle" der Hamburger Polizei

  • Die Sonderkommission "Castle" der Hamburger Polizei wurde 2015 gegründet
  • Mit der Sonderkommission soll die Einbruchskriminalität bekämpft werden
  • Seit der Gründung der Soko "Castle" wurde die Zahl der Taten nahezu halbiert
  • Die Soko „Castle“ ist mittlerweile eine feste Dienststelle im Landeskriminalamt

In der Trommelstraße in Altona-Altstadt stießen die Beamten auf einen konspirativ genutzten Kellerraum, der dem 29-Jährigen zugeordnet werden konnte. In diesem fanden die Beamten umfangreiches Beweismaterial, unter anderem Schmuck, technische Kleingeräte, Taschen und Bekleidungsgegenstände. "Bereits jetzt konnten Teile der sichergestellten Gegenstände ersten Wohnungseinbruchdiebstahlstaten aus Hamburg und Köln zugeordnet werden", teilte die Polizei am Mittwochnachmittag mit.

Weiter entdeckten die Polizisten chilenische Reisepässe zweier polizeibekannter Personen in dem Kellerverschlag. Darüber hinaus fanden die Beamten eine geringe Menge Marihuana sowie eine größeren Menge Lang- und Kurzwaffenmunition.In der Wohnung an der Bürgerweide in Borgfelde wurde neben der 54-jährigen Tatverdächtigen auch eine Mitbewohnerin angetroffen, die über keinen legalen Aufenthaltsstatus verfügt und später an die Ausländerbehörde überstellt wurde. In der Wohnung entdeckten die Polizisten mehrere Handys, hochwertigen Taschen, diverse Schmuck sowie diverse original verpackte, teure Parfüms.

Die Beschuldigten blieben auf freiem Fuß

Im Kleingartenverein in Groß Borstel wurde ebenfalls diverser Schmuck sowie eine hochwertige Tasche gefunden. In der Wohnung an der Seehofallee in Bramfeld wurden unter anderem schriftliche Unterlagen und eine Rolex-Uhr sichergestellt. In der Fuhlsbüttler Straße in Barmbek-Nord wurde die 42-jährige Deutsche angetroffen. Dort wurden Gegenstände gefunden, die bereits in Untersuchungshaft sitzenden mutmaßlichen Einbrechern zugeordnet werden konnten. Auch in einer Wohnung an der Rappstraße im Stadtteil Rotherbaum lagerten diverse hochwertige und vielfach originalverpackte Parfüms, Taschen und Schmuck.

Die Beschuldigten verblieben laut Polizei zunächst auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorlagen.

"Die Ermittlungen, insbesondere die Auswertung der Beweismittel und die Zuordnung des Diebesguts zu Tatorten dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen", heißt es in einer Polizeimitteilung. Schon jetzt werten die Ermittler die Ergebnisse der Durchsuchungsaktion als wichtigen Erfolg für die Bekämpfung der Einbruchskriminalität durch reisende Einbrecherbanden.