Raser

Hamburger Polizist fährt illegales Autorennen in der City

Raser werden trotz verschärfter Rechtssprechungen auch in Zukunft ein Risiko im Straßenverkehr bleiben (Symbolbild).

Raser werden trotz verschärfter Rechtssprechungen auch in Zukunft ein Risiko im Straßenverkehr bleiben (Symbolbild).

Foto: rolf kremmingvia www.imago-images.de / www.imago-images.de

Mehrere Streifenwagenbesatzungen stellen ihn und seinen Bruder nach Raserei am Dammtor. Reue zeigt der Beamte nicht – im Gegenteil.

Hamburg. Die Brüder wollten sich offensichtlich einen Spaß gönnen, als sie jeder mit ihrem großen Audi durch die Hamburger Nacht rauschten. Am Neuen Pferdemarkt fielen sie einer Polizeistreife auf, die sich an ihre Hinterräder heftete. Der A5 und der A8 kurvten via Feldstraße Richtung Sievekingsplatz. Die Fahrer gaben sich gestikulierend Zeichen. Als sie dann links in den Gorch-Fock-Wall einbogen, drückten sie den Stempel ganz nach unten.

"Die Kollegen haben dieses Verhalten als illegales Autorennen gewertet", sagte ein Polizeisprecher. Sie nahmen die Verfolgung auf. Nicht einfach, da die Audis auf deutlich mehr als 120 Stundenkilometer beschleunigten. Im Bereich des Bahnhofs Dammtor konnten sie schließlich von mehreren Streifenwagenbesatzungen gestellt werden, der eine in der Bushaltebucht, der andere an der Shell-Tankstelle.

Den einen Raser kannten die Beamten

Den gestoppten Wagen entstiegen zur Überraschung der Beamten ein Polizist (33) und sein Bruder (35). Der rasende Beamte, sonst im Streifendienst auf der anderen Seite des Gesetzes anzutreffen, soll sich verärgert über den Einsatz seiner Kollegen geäußert haben. Zudem habe er die Beschwerden über seine Beschleunigungsorgie nicht nachvollziehen können.

Trotzdem wurden die beiden Audis sichergestellt und ein Ermittlungsverfahren gegen die beiden Brüder eingeleitet. Sie müssen sich wegen Verstoßes gegen Paragraf 315d Strafgesetzbuch (illegale Autorennen) verantworten und auch um ihre Autos bangen. Der Richter kann sie in der Hauptverhandlung endgültig einziehen. Der forsche 33-jährige Beamte vom Polizeikommissariat 31 (Oberaltenallee) muss jetzt Innendienst tun. Auch Streifenwagen darf er bis auf weiteres nicht mehr fahren.

Polizei geht auch gegen eigene Leute vor

Polizeisprecher Timo Zill: "Rennen im Straßenverkehr sind verboten und führen immer wieder zu gefährlichen Situationen. Ein derartiges Verhalten wird konsequent verfolgt, selbstverständlich auch in diesem Fall eines Polizeibeamten in seiner Freizeit." Konsequent öffentlich gemacht wird solches Verhalten allerdings nicht immer: Das Rennen wurde schon am Heiligen Abend gefahren und von der Polizei als nicht so wesentliches Ereignis eingestuft. Deshalb schilderte sie es der Presse auch erst ein paar Tage später und nur auf ausdrückliche Nachfrage.