Tödlicher Unfall

Carsharing-Auto stürzt in Rückhaltebecken – zwei Tote

Zwei Leichen wurden aus dem Gewässer in Altenwerder geborgen. Mietwagenfirma hatte den Pkw als gestohlen gemeldet.

Hamburg. Als ein Lkw-Fahrer an dem Rückhaltebecken in Hamburg-Altenwerder vorbeifuhr und zufällig den Pkw darin kopfüber entdeckte, war es vermutlich schon zu spät. Die Rettungstaucher konnten am Mittwochvormittag aus dem Mietwagen eines Carsharing-Anbieters an der Straße Am Ballinkai nur noch zwei Leichen bergen. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 29-jährigen Esten und einen 30-jährigen Ukrainer. "Von dem Fahrzeug ragte nur das Heck sowie die Hinterachse aus dem Wasser", sagte Feuerwehrsprecher Dennis Dieckmann.

Zeitpunkt des tödlichen Unfalls in Altenwerder ist unklar

Offenbar waren die Insassen noch auf die Rückbank geklettert, um sich zu befreien. Doch sie ertranken. Wie es zu dem tragischen Unfall kommen konnte, ob beispielsweise Glätte die Ursache ist, sei laut Polizei noch unklar. "Es ist auch denkbar, dass der Wagen dort schon länger liegt und nun erst bemerkt wurde", sagte Sprecherin Sandra Levgrün.

Die Straße verläuft an der Ecke in einer scharfen Kurve an einem Abhang und dem Regenrückhaltebecken vorbei. Ermittler der Polizei untersuchen das Gebiet, um zu klären, warum der Wagen den Hang hinunter ins Gewässer stürzte. "Für die Unfallaufnahme an der unübersichtlichen Örtlichkeit wurde sowohl der Polizeihubschrauber 'Libelle', als auch ein Sachverständiger eingesetzt", sagte Polizeisprecher Daniel Ritterskamp am Mittwochnachmittag. Nach Angaben der Polizei war das Auto – ein VW-Golf einer Mietwagenfirma aus Berlin – vorsorglich als gestohlen gemeldet worden, nachdem am vergangenen Dienstag das GPS-Signal aussetzte.

Leichen kamen ins Institut für Rechtsmedizin

Die Feuerwehr war um 10.38 Uhr alarmiert worden. "Nach Eintreffen der Einsatzkräfte mussten sich diese unter erschwerten Bedingungen Zugang zur Einsatzstelle schaffen, da sich der Graben circa 5 Meter unterhalb der Straße befand", sagte Feuerwehrsprecher Dieckmann. Zunächst entdeckten die Einsatzkräfte eine männliche, leblose Person in dem Wagen. "Diese konnte sofort durch einen Kollegen geborgen werden, der sich bereits auf der Anfahrt mit einem Überlebensanzug ausgerüstet hatte", so Dieckmann.

Nachdem das Auto mit einer Seilwinde gesichert und aus dem Wasser gezogen worden war, stellten die Einsatzkräfte fest, dass sich im Innenraum eine zweite Leiche befand. Die beiden toten Männer wurden ins Institut für Rechtsmedizin gebracht.

Zwei Glätteunfälle am Mittwoch in Hamburg

Am Mittwochmorgen ist es in Hamburg bereits zu zwei mutmaßlichen Glätteunfällen gekommen. Am Tatenberger Hauptdeich überschlug sich am Morgen ein Renault, nachdem dessen Fahrer die Kontrolle über den Wagen verloren hatte. Etwa zur selben Zeit ist eine Radfahrerin in der Nähe einer Kita von einem Opel-Kleinwagen erfasst worden.