Brunsbüttel

Mit Sohn im Watt verschwunden – legte Mutter falsche Spur?

Die aus Dithmarschen vermisste Frau (41) und ihr acht Jahre alter Sohn auf einem Foto, das die Polizei veröffentlicht hat. Wer die beiden gesehen hat, melde sich bitte bei der Kripo Heide unter der Rufnummer 0481-940.

Die aus Dithmarschen vermisste Frau (41) und ihr acht Jahre alter Sohn auf einem Foto, das die Polizei veröffentlicht hat. Wer die beiden gesehen hat, melde sich bitte bei der Kripo Heide unter der Rufnummer 0481-940.

Foto: Polizei

Neben der Möglichkeit des erweiterten Suizids prüft die Polizei auch, ob die 41-Jährige gezielt ihr Lebensumfeld verlassen wollte.

Brunsbüttel. Das spurlose Verschwinden einer 41 Jahre alten Dithmarscherin und ihres achtjährigen Sohnes gibt der Polizei Rätsel auf. Mutter und Kind werden seit Sonntag im Watt vor Brunsbüttel vermisst.

Die 19-jährige Tochter der vermissten Frau hatte am späten Sonntagabend die Polizei verständigt. Daraufhin wurde eine groß angelegte Suche am Brunsbütteler Elbdeich gestartet mit Seenotrettungskreuzer, Hubschrauber, Rettungshundestaffel und Wärmebildkameras – jedoch bisher ohne Ergebnis.

Mutter und Sohn im Watt vermisst – war es gar kein Suizid?

"Die gezielte Absuche der Elbe und der Uferbereiche ist inzwischen eingestellt worden", teilte die Polizeidirektion Itzehoe bereits am Dienstag mit. "Neben der Möglichkeit des sogenannten erweiterten Suizids prüft die Heider Kriminalpolizei auch, ob die vermisste Frau gezielt ihr Lebensumfeld verlassen wollte", sagte Polizeisprecher Stefan Hinrichs. Letzteres würde bedeuten, dass die 41-Jährige absichtlich eine falsche Spur gelegt und ihr Verschwinden nur vorgetäuscht hat.

Mutter und Sohn hatten sich am Watt aufgehalten

Laut Polizei hatten die Beamten gegen 21.25 Uhr von der Tochter den Hinweis bekommen, dass die 41-Jährige mit ihrem kleinen Sohn mit der Ankündigung eines Selbstmords über den Elbdeich in Richtung Wasser gegangen seien. Fußspuren im Watt, Kleidungsstücke sowie Schuhe an einer Buhne hätten darauf hingedeutet, dass sich die Frau und der Junge in Wassernähe aufgehalten hätten.

Doch die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau absichtlich ihr Lebensumfeld verlassen hat. "Auch diese Möglichkeit besteht zu mindestens 50 Prozent", sagte Polizeisprecher Stefan Hinrichs am Mittwoch dem Abendblatt. Grund zu der Annahme, dass die Mutter keinen erweiterten Suizid begangen hat, liefert demnach die Überprüfung der Lebenssituation der Frau. "Es geht um die familiäre Situation, unter anderem das Sorgerecht."

Fotos von Mutter und Sohn veröffentlicht

Die Polizei hatte bereits am Dienstag Fotos von Mutter und Sohn veröffentlicht und Zeugen um Hinweise gebeten. "Wir haben auch bereits einige Hinweise aus der Bevölkerung bekommen", sagte Stefan Hinrichs von der Polizeidirektion Itzehoe. Jedoch geriete momentan jede dunkelhaarige Frau mit einem blonden Jungen ins Visier. Wer die vermisste 41-Jährige mit ihrem Kind gesehen hat, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Heide unter 0481-940 zu melden.