Eilbek

Falsche Polizisten bringen 92-Jährige um ihr Erspartes

Mit einer abenteuerlichen Geschichte wurde die Frau dazu gebracht, ihr Geld den Betrügern zu überlassen. Die Polizei sucht Zeugen.

Hamburg. Mit einem ausgeklügelten Verwirrspiel haben falsche Polizisten eine 92-Jährige um ihr Erspartes gebracht. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei erhielt die Frau aus Eilbek am Montagmorgen um 10.30 Uhr einen Anruf. Am Telefon meldete sich ein Mann, der sich als Polizeibeamter ausgab.

Er habe ihr berichtet, dass es im Bereich Eilbek zu Einbrüchen gekommen sei, sagte die Seniorin. Die Einbrecher seien zwar festgenommen worden, jedoch sei bei ihnen ihre Adresse aufgefunden worden. Die alte Dame wurde aufgefordert, den Notruf der Polizei zu wählen. Das tat sie dann auch, war aber durch eine technische Manipulation wieder mit demselben Mann verbunden. Der tischte ihr dann die Geschichte auf, dass der Filialleiter ihrer Hausbank an den Einbrüchen beteiligt gewesen sei, und forderte sie auf, einen mittleren Geldbetrag von ihrer "nicht mehr sicheren Hausbank" abzuheben.

Angeblich Falschgeld ausgezahlt

An diesem Punkt kommt eine Komplizin ins Spiel: Weil die Seniorin auf Hilfe angewiesen war, wurde eine angebliche Mitarbeiterin eines Hilfsdienstes zu ihr geschickt. Diese brachte die Frau zu ihrer Bank und wartete vor der Tür, bis die alte Dame das Geld abgehoben hatte. Auf dem Heimweg kam dann ein erneuter Anruf des angeblichen Polizisten: Er berichtete, dass der Filialleiter der Hausbank festgenommen worden sei und dass es sich bei dem Geld, das ihr ausgezahlt worden war, um Falschgeld handle.

Sie solle es zur Bank zurückbringen. Die Frau vertraute das Geld der vermeintlichen Mitarbeiterin des Hilfsdienstes an und bat sie, das Geld zurückzubringen. Sie selbst wartete in einem Lokal auf die Rückkehr der Frau. Als diese nicht erschien, wandte sie sich an das Personal, das die Polizei alarmierte.

Ruft die Polizei an, erscheint nie die 110 im Display

Auf der Suche nach den Betrügern bittet die Polizei jetzt die Bevölkerung um Mithilfe. Die angebliche Mitarbeiterin des Hilfsdienstes trug zum Zeitpunkt der Tat einen schwarzen Pullover und eine schwarze Hose. Sie soll zwischen 20 und 30 Jahren alt und etwa 1,80 Meter groß sein. Sie habe lange, braune Haare mit blonden Strähnen und eine kräftige Figur.

Wer Hinweise zu der Tätern geben kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer 040/ 4286-56789 oder einer Polizeidienststelle zu melden.

Im Zusammenhang mit diesem Betrug weist die Hamburger Polizei darauf hin, dass niemals die Rufnummer 110 im Display erscheint, wenn die Polizei anruft. Außerdem würden Polizeibeamte niemals jemanden unter Druck setzen. Wer unsicher sei, sollte einfach den Hörer auflegen. Nur so werde man den Betrüger los. Das Auflegen sei in solchen Fällen nicht unhöflich, sondern wichtig.