Neugraben-Fischbek

Beim Eierkauf: Falsche Heilerinnen im Supermarkt geschnappt

Eine Frau beim Eierkauf (Symbolfoto).

Eine Frau beim Eierkauf (Symbolfoto).

Foto: picture alliance

Fahnder erwischen Betrügerinnen. Sie sollen Opfern eingeredet haben, sie seien verflucht. Welche Rolle dabei der "Eier-Trick" spielte.

Hamburg. Die Polizei hat drei mutmaßliche russische Trickbetrügerinnen geschnappt, die sich in Hamburg-Neugraben als Wunderheilerinnen ausgegeben hatten. Die drei Frauen und ihr männlicher Komplize wurden vorläufig festgenommen, sind mittlerweile aber wieder auf freiem Fuß.

Seit Mitte August machten die angeblichen Heilerinnen Jagd auf ihre Opfer. Gezielt gingen sie dort auf der Straße auf russischstämmige Frauen zu und behaupteten: "Sie sind verflucht." Mehrere Frauen bissen an. Um die Legende zu untermauern und sich das Vertrauen ihrer Opfer zu erschleichen, nutzten sie den sogenannten „Eier-Trick“. Dabei ließen sie die Betroffenen jeweils ein Ei kaufen – sodann tauschten die Täterinnen das gekaufte Ei jedoch gegen ein präpariertes aus. Beim Zerschlagen trat jeweils eine schwarze Flüssigkeit aus, die als Symbol für Schlechtes stehen sollte.

Mehrere Tausend Euro dabei

Zivilfahnder erwischten die Betrügerinnen nun quasi auf frischer Tat, als sie gerade dabei waren, in einem Supermarkt erneut Kontakt zu einem potenziellen Opfer zu suchen. Als die Frauen die Fahnder bemerkten, versuchten sie noch, in einem Auto zu entkommen. Die Beamten hinderten sie aber daran, sich aus dem Staub zu machen. Sie hatten 1535 Euro in ungebrauchten Scheinen bei sich. Eine Täterin hatte zusätzlich noch ein in ein Tuch eingewickeltes Geldpaket im Wert von 1150 Euro dabei.

Bei den Frauen handelt es sich um eine 52-jährige Ukrainerin, eine 36-jährige Russin und eine 44-jährige Weißrussin. Der Fahrer des Pkw ist ein 35-jähriger Pole. Die Gruppe war offensichtlich nicht nur in Hamburg, sondern auch in Lübeck aktiv.

Zeugen und weitere Opfer gesucht

Mögliche weitere Geschädigte oder Zeugen werden gebeten, sich bei der Verbindungsstelle der Polizei Hamburg unter der Telefonnummer 040/4286-56789 oder an jeder Polizeidienststelle zu melden.