Trickbetrug

Falsche Heilerinnen erbeuten in Hamburg Tausende Euro

Auch in Bergedorf suchten die vermeintlichen Heilerinnen nach neuen Opfern.

Auch in Bergedorf suchten die vermeintlichen Heilerinnen nach neuen Opfern.

Foto: imago images / imagebroker

Zwei Frauen haben es auf Russinnen abgesehen und behaupten ihre Opfer seien besessen. Nur Geld könne den Fluch beseitigen.

Hamburg. Die Geschichte klingt zu absurd, um wahr zu sein. Aber ähnliches mochte man auch schon über den sogenannten „Wash Wash“-Trick denken, bei dem den Opfern suggeriert wurde, dass sich in eine Plastiktüte gestopftes Geld ohne weiteres Zutun und auf wundersame Weise über Nacht vermehrt.

Wie die Polizei meldet, streifen derzeit zwei Trickbetrügerinnen mit einer aberwitzigen Geschichte durch den Süden der Stadt: Sie behaupten, sie könnten angeblich vom Fluch besessene Frauen „heilen“. Abgesehen haben sie es ausschließlich auf russischstämmige Frauen. Und bisher waren die Täterinnen durchaus erfolgreich: Nach Abendblatt-Informationen haben sie zwischen 1000 und 10.000 Euro erbeutet.

Betrügerinnen nutzen den Eier-Trick

Seit Mitte August machen die „Heilerinnen“ Jagd auf Opfer, zunächst in Neugraben-Fischbek und Hausbruch. Gezielt gingen sie dort auf der Straße auf russischstämmige Frauen zu und behaupteten: "Sie sind verflucht." Drei Frauen bissen an. Um die Legende zu untermauern und sich das Vertrauen ihrer Opfer zu erschleichen, nutzten sie den sogenannten „Eier-Trick“. Dabei ließen sie die Betroffenen jeweils ein Ei kaufen – sodann tauschten die Täterinnen das gekaufte Ei jedoch gegen ein präpariertes aus. „Beim Zerschlagen trat jeweils eine schwarze Flüssigkeit aus, die als Symbol für Schlechtes stehen sollte“, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth.

Sie könnten jedoch helfen, sich von diesem bösen Omen und dem Fluch zu befreien, versprachen die Täterinnen. Die „besessenen“ Frauen müssten nur Bargeld holen. Sodann wickelten die Täterinnen das Geld jeweils in ein mitgebrachtes Tuch und forderten die Frauen auf, es über eine längere Zeit am Körper zu tragen – aber mit niemand darüber zu sprechen. „Letztlich stellten die Frauen im weiteren Verlauf fest, dass die Täterinnen das Geld gegen Papierschnipsel ausgetauscht hatten.“

Bankmitarbeiterin verhindert offenbar weitere Tat

Offenbar hat ihr Erfolg die angeblichen Heilerinnen zu weiteren Taten im Südosten Hamburgs ermutigt. Eine 81-Jährige aus Lohbrügge hatte ihnen die Geschichte bereits abgekauft. Doch als die alte Dame am Mittwoch Geld bei der Bank abholen wollte, durchschaute glücklicherweise eine Mitarbeiterin den Schmu und verständigte die Polizei.

Bei einer der „Heilerinnen“ handelt es sich laut Polizei um eine etwa 60 bis 70 Jahre alte, korpulente Frau mit grauen Haaren und einer Warze an der linken Nasenspitze. Ihre Komplizin (30 bis 45 Jahre alt) hat weißblond gefärbte Haare. Beide Frauen hätten ein „ost-südosteuropäisches Erscheinungsbild.“