Brunsbüttel

Feuer auf Frachter mit einem Toten – Brandursache geklärt

Zwei Schlepper stabilisieren die "Kelly", während ein Helikopter der Bundespolizei über dem havarierten Frachter kreist.

Zwei Schlepper stabilisieren die "Kelly", während ein Helikopter der Bundespolizei über dem havarierten Frachter kreist.

Foto: picture alliance/Jonas Walzberg/dpa

Bei dem im Maschinenraum der "Kelly" ausgebrochenen Brand starb ein 36 Jahre alter Mann, zwei weitere wurden schwer verletzt.

Brunsbüttel. Der nächste Hafen ist nicht weit, als auf einem Frachter in der Elbmündung Feuer ausbricht. Die Seenotretter sind schnell vor Ort, doch für ein Besatzungsmitglied kommt jede Hilfe zu spät. Zwei Tage nach dem tödlichen Brand auf dem Frachter "Kelly" in der Elbmündung wurde nun die Ursache von der Polizei bekannt gegeben: Es war eine Verpuffung im Maschinenraum.

Bei der Explosion sei am Freitag ein 36 Jahre alter Maschinist aus der Ukraine ums Leben gekommen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Ein weiterer ukrainischer Maschinist im Alter von 27 Jahren und ein 37-jähriger Ingenieur aus Russland erlitten schwere Verletzungen. Sie wurden per Hubschrauber in Spezialkliniken geflogen.

Wegen des Feueralarms hätten sich Klappen geschlossen

Zum Zeitpunkt des Unglücks waren nach Angaben des Havariekommandos 13 Besatzungsmitglieder – elf Russen und zwei Ukrainer – sowie ein Lotse an Bord der "Kelly". Das 132 Meter lange Schiff befand sich in Höhe Otterndorf (Landkreis Cuxhaven). Wegen des Feueralarms hätten sich Klappen automatisch geschlossen, es sei zu einem Blackout gekommen, sagte die Polizeisprecherin. Die Besatzung warf einen Notanker im Fahrwasser.

Ein Seenotrettungskreuzer brachte ein Team der Berufsfeuerwehr Cuxhaven und einen Notarzt zu dem Frachter, wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mitteilte. Auch ein Kriseninterventionsteam war laut Polizei im Einsatz. Nach dem Löschen des Brandes wurde der Frachter am Freitagabend nach Brunsbüttel geschleppt.

Die Brandursache werde von der Hamburger Wasserschutzpolizei untersucht. Die Polizeiinspektion Cuxhaven ermittelt zur Todesursache des ukrainischen Seemannes. Die unter maltesischer Flagge fahrende „Kelly“ war ohne Ladung auf dem Weg von Rotterdam nach Kaliningrad. Das Schiff wollte durch den Nord-Ostsee-Kanal fahren.