Hamburg

Rechtsextreme Tat? Festzelt auf Ohlsdorfer Friedhof zerstört

Unbekannte haben das Zelt des Friedensfestes mit einem Messer zerschnitten. Der Schaden beläuft sich auf etwa 2000 Euro.

Hamburg. Angriff auf das sogenannte Friedensfest auf dem Ohlsdorfer Friedhof: Unbekannte haben offenbar in der Nacht zu Sonnabend ein Veranstaltungszelt an dem Bombenopfer-Mahnmal nahe der Kapelle 13 an sieben Stellen mit einem Messer zerschnitten. Auch ein Banner wurde zerstört. Der Pressesprecher des Friedhofes und Mitorganisator des Friedensfestes, Lutz Rehkopf, vermutet Rechtsextreme hinter der Tat. Die Polizei ist eingeschaltet.

Die Schäden an dem Zelt seien am Sonnabend zu Beginn der Veranstaltung in dem Fest bemerkt worden, sagte Rehkopf. "Der Schaden beläuft sich auf etwa 2000 Euro". Bereits im Vorjahr habe es eine ähnliche Sachbeschädigung gegeben.

Friedensfest erinnert an Zweiten Weltkrieg

Das sogenannte Friedensfest findet über mehrere Wochen im Juli und August statt und wurde vor elf Jahren ins Leben gerufen. Es soll auf andächtige Weise an die Leiden des Zweiten Weltkrieges erinnern. "Der Gedenkgottesdienst anlässlich des diesjährigen Ohlsdorfer Friedensfestes geht einem Widerspruch nach: Zwar wird in Hamburg auf vielfältige Weise der Luftangriffe von 1943 gedacht, doch beklagen viele Menschen, die diese Luftangriffe miterlebt oder durch sie Angehörige verloren haben, dass ihr Leid in der Vergangenheit nicht angemessen wahrgenommen worden sei.", heißt es dazu etwa auf der Seite der evangelisch-lutheranischen Kirche in Hamburg.

Rehkopf: "Der Verdacht liegt nahe"

Laut Lutz Rehkopf war das Friedensfest eine direkte Reaktion darauf, dass Rechtsextreme jeweils zwischen dem 24. Juli und 3. August das Mahnmal aufsuchten, um Lieder zu singen und so die Opfer der "Operation Gomorrha" der Allierten im Zweiten Weltkrieg zu beklagen. Bei dem schwersten Bombardement am 27. Juli 1943 waren mehr als 100.000 Sprengkörper in wenigen Stunden über Hamburg abgeworfen worden und führten zu einem Feuersturm. Die Organisatoren des Friedensfestes wollten jedoch ein angemessenes Gedenken erreichen. "Nun liegt der Verdacht nahe, dass Rechte uns schaden wollen", sagte Rehkopf.