Wegen Messerattacke

Razzien bei Hamburger Rocker und in Bordellen

Die Polizei durchsuchte auch auf St. Pauli Objekte. Hintergrund ist eine Messerattacke im Rocker- und Rotlichtmilieu.

Hamburg. Spezialeinheiten der Hamburger Polizei haben am frühen Freitagmorgen ab 6 Uhr mehrere Wohnungen und Bordelle auf St. Pauli, in Eimsbüttel und Hamburg-Hamm gestürmt und sie anschließend durchsucht. Das bestätigte die Hamburger Staatsanwaltschaft dem Abendblatt. Die schwer bewaffneten Beamte sicherten während der Razzien die Einsatzorte.

"Hintergrund der Razzien war ein Streit zwischen zwei Personen aus dem Rotlichtmilieu", sagte Polizeisprecherin Nina Kaluza. Einer der beiden Männer sei zudem Mitglied einer Rocker-Gruppe.

Männer wegen Gewaltdelikten polizeibekannt

Konkret geht es um eine Auseinandersetzung vom 30. April. An diesem Tag habe der 34 Jahre alte Rocker seinen 28 Jahre alten Kontrahenten mit einem Messer attackiert, sagte Polizeisprecherin Kaluza. Der dem Rotlichtmilieu zugehörige Mann erlitt eine Stichwunde im Arm. Ob es sich bei dem Verletzten um einen Zuhälter handelt, konnte die Polizei nicht sagen.

"Die beiden Männer sind der Polizei hinlänglich bekannt", sagte Polizeisprecherin Kaluza. "Auch wegen Gewaltdelikten." Das soziale Milieu der Männer und ihre offenbar umfangreichen Polizeiakten erklären die groß angelegte Razzia, die knapp zwei Stunden andauerte. Rund 40 Beamte waren im Einsatz.

Messer und Macheten bei Rocker sichergestellt

Unter anderem wurde das Bordell "Modelle Haus" am Hammer Deich – ein großer Rotklinkerbau – durchsucht. Spezialkräfte standen mit Waffen im Anschlag auf der Straße vor dem Etablissement. Auch an der Reeperbahn hatte die Polizei zwei Objekte im Visier – darunter den Club "Seute Deern`s" (Süße Mädchen), der Tänze an der Stange und Erotikshows bietet. Vor dem Eingang positionierten sich ebenfalls schwer bewaffnete Spezialkräfte.

"In der Eimsbütteler Straße wurde eine Privatwohnung, in der Silbersackstraße ein Lokal und in der Friedrichstraße ein Bordell durchsucht", sagte Polizeisprecherin Kaluza. Polizisten der Beweissicherungs-und Festnahmeeinheit sicherten den Eingang zu Räumlichkeiten über der Kneipe Pils Börse. Überraschenden Besuch bekam auch der 28-Jährige, der dem Rotlichtmilieu zuzuordnen ist. "In seiner Wohnung wurden Dopingmittel und ein Handy sichergestellt", so die Polizeisprecherin.

Den 34 Jahre alten Rocker trafen die Beamten nicht bei seiner Wohnanschrift an. Doch auch bei ihm wurden Beweismittel sichergestellt. Dabei handelt es sich um diverse Messer, darunter auch Macheten.