Hamburg

Mutmaßlicher Messerstecher sorgt für eigene Festnahme

Symbolbild.

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Foto: Frank May / picture alliance / Frank May

Der 40-Jährige war untergetaucht, Zielfahnder suchten bereits nach ihm – da tauchte er plötzlich bei der Polizei auf.

Hamburg. Vielleicht hatte der 40-Jährige insgeheim den Wunsch, erwischt zu werden – falls er den Messerangriff auf einen zwölf Jahre jüngeren Mann am Wochenende in Wilhelmsburg tatsächlich begangen hat, läge dieser Schluss nahe. Die Polizei geht jedenfalls davon aus, dass er der Täter ist und war umso überraschter, als der dringend Tatverdächtige plötzlich auf einer Polizeiwache in Berlin auftauchte.

Aber der Reihe nach: Am Sonnabend wurden Polizei und Rettungskräfte zu einem Mehrfamilienhaus in Wilhelmsburg gerufen. Anwohner hatten einen lauten Streit gehört und einen lebensgefährlich verletzten Mann im Treppenhaus entdeckt. Der 28-Jährige musste wegen mehrerer Stichverletzungen im Oberkörper notoperiert werden, schwebt inzwischen aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Mutmaßlicher Messerstecher kommt von allein zur Polizei

Bereits am Wochenende fiel der Tatverdacht auf den nun festgenommenen 40-Jährigen. Weitere Ermittlungen der Mordkommission erhärteten diesen so sehr, dass die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen den Mann erwirkte. Weil er seit der Tat untergetaucht war, wurden Zielfahnder zu Hilfe gerufen, die bereits die Fahndung nach ihm eingeleitet hatten.

Am späten Mittwochvormittag machte der mutmaßliche Messerstecher den Ermittlern ihre Arbeit viel, viel einfacher: Er meldete sich bei einer Polizeiwache in Berlin – um dort den Verlust genau der Dokumente anzuzeigen, die am Tatort gefunden worden waren und den Anfangsverdacht auf ihn gelenkt hatten.

Die Berliner Kollegen stellten schnell fest, dass der Mann zur Festnahme ausgeschrieben war – er wird nun in Berlin dem Haftrichter vorgeführt.