Hamburg

Acht Verletzte nach Gasalarm – Rätsel um schädliche Substanz

HHLA-Arbeiter klagen über Atembeschwerden. Wenig später geht es auch ihren Rettern schlecht. Es kommt zum Großeinsatz.

Hamburg.  Die Mitarbeiter der HHLA besuchten am Mittwochmorgen nur die Betriebskantine am Burchardkai im Stadtteil Waltershof – doch es kam zu einem Großeinsatz der Hamburger Feuerwehr mit insgesamt acht Verletzten. Die Ursache bleibt vorerst rätselhaft.

Gegen 9.23 Uhr wurde Alarm ausgelöst. Nach Feuerwehrangaben hatte sich ein unbekannter, beißender Geruch breitgemacht. Drei Menschen, zwei Frauen und ein Mann, klagten nach dem Besuch der Kantine über Atemwegsbeschwerden, Unwohlsein und Kopfschmerzen. Kurz danach waren auch zwei Rettungswagen vor Ort. Alle Betroffenen wurden in die Asklepios-Klinik Altona gebracht. Dort angekommen verspürte dann auch ein Feuerwehrmann über Atembeschwerden und Kopfschmerzen.

Betroffene nicht in Lebensgefahr

Am Burchardkai klagten inzwischen weitere HHLA-Mitarbeiter über Unwohlsein. Vor der Notaufnahme wurde der AK Altona wurde deshalb mithilfe des Klinikpersonals eine Notdekontamination durchgeführt. Die Kleidung der zunächst vier Patienten wurde in luftdichten Säcken versiegelt, die Betroffenen mussten duschen.

Nach Angaben von Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger wurden im weiteren Verlauf des Einsatzes insgesamt 19 Personen medizinisch versorgt, darunter zwölf Feuerwehrleute. Sieben HHLA-Mitarbeiter sowie ein Feuerwehrmann wurden im Krankenhaus aufgenommen. Die „Lebensgefahr besteht nicht“, betonte Unger. Keiner der Patienten befinde sich in kritischem Zustand, alle könnten noch am Mittwoch die Klinik verlassen. Die anderen elf Betroffenen seien nur vorsorglich behandelt worden.

Rötungen und Schwellungen auf der Haut

Die Feuerwehr geht davon aus, dass in der Kantine oder im näheren Bereich eine bisher unbekannte Substanz ausgetreten ist. „Um welche es sich handelt, wissen wir noch nicht“, sagte Unger. Einige Mitarbeiter der HHLA wollten einen Azetongeruch wahrgenommen haben. In Tests und Messungen wurden keine Gase oder gefährliche Stoffe festgestellt. Offenbar hatte sich der Stoff bereits verflüchtigt, weshalb die Proben für eine genaue Bestimmung der schädlichen Substanz nicht ausgereicht hätten.

Einen Fehlalarm schließt die Feuerwehr aus. Einige Patienten wiesen deutliche Schwellungen und Rötungen auf der Haut auf. Um zu ermitteln, um welchen Stoff es sich handelt, ist die Analytische Task Force der Feuerwehr vor Ort. Vorsorglich wurde der gesamte Bereich abgesperrt. Insgesamt waren mehr als 50 Feuerwehrleute im Einsatz: gut 20 im Hafen, gut 30 am Altonaer Krankenhaus.