Haftbefehl

Nach G 20: Frankreich liefert mutmaßlichen Gewalttäter aus

Vermummte Chaoten ziehen während des G20-Gipfeld vom Altonaer Rathaus über die Elbchaussee

Vermummte Chaoten ziehen während des G20-Gipfeld vom Altonaer Rathaus über die Elbchaussee

Foto: Matthias Popien

Der 23-Jährige soll an Krawallen rund um die Elbchaussee beteiligt gewesen sein. Gut ein Jahr nach dem Gipfel wurde er verhaftet.

Hamburg. Frankreich liefert heute einen mutmaßlichen Gewalttäter aus, der während des G-20-Gipfels in Hamburg an den Ausschreitungen rund um die Elbchaussee am Morgen des 7. Juli beteiligt gewesen sein soll. Damals zog dort ein Mob durch die Straßen, schlug Autoscheiben ein und warf Brandsätze hinein. Zahlreiche Fahrzeuge gingen in Flammen auf.

Zurück blieb ein Bild der Verwüstung und der Schrecken bei den Anwohnern. Ermittlungen der inzwischen aufgelösten Sonderkommission "Schwarzer Block" führten zu einem 23 Jahre alten Franzosen, der an den Krawallen beteiligt gewesen sein soll. Gegen ihn wurde ein europaweiter Haftbefehl erlassen. Mehr als ein Jahr nach G 20 wurde er festgenommen und saß seit dem 17. August in Auslieferungshaft. Überführt wird er nun von Beamten der Ermittlungsgruppe "Schwarzer Block".

Das LKA 7 übernimmt die Ermittlungen der Sonderkommission

Diese Einheit in der Staatsschutzabteilung im Landeskriminalamt (LKA 7) hat seit Anfang des Monats die Ermittlungen der Soko "Schwarzer Block" übernommen, die am 1. Oktober aufgelöst wurde.

In der Soko "Schwarzer Block" arbeiteten zeitweise bis zu 180 Mitarbeiter. Sie gingen mehreren Hundert Hinweisen und Spuren nach und sichteten Fotos und Videos, die zusammen ein Datenvolumen von 100 Terabyte hatten. Daraus ergab sich die bislang umfangreichste Öffentlichkeitsfahndung der Hamburger Polizei. Fotos von 281 Menschen wurden veröffentlicht, von denen bislang 73 Personen identifiziert werden konnten. Somit konnten die Ermittler ein Viertel der in diesen Öffentlichkeitsfahndungen gezeigten Verdächtigen identifizieren. Ferner ergaben sich 3400 Ermittlungsverfahren gegen mehr als 850 namentlich bekannte Beschuldigte.