Jugendgewalt

Jugendliche greifen Polizeiwache Preetz mit Steinwürfen an

Sie wollten Fenster zerstören und die Tür eintreten. Beamtin entgeht schwerer Verletzung nur knapp. Die Problemzone Preetz.

Preetz.  Jugendliche haben die Polizeistation von Preetz (Kreis Plön) angegriffen. Sie warfen in der Nacht zu Dienstag Steine auf das Dienstgebäude in der Gartenstraße sowie auf zwei Polizisten, die das Gebäude verlassen wollten. Das teilte ein Polizeisprecher heute mit.

Der Dienstgruppenleiter sprach laut Kieler Nachrichten (Online-Ausgabe) von einer „noch nicht erlebten und unfassbaren neuen Dimension eines Angriffs“. Zwei 16-Jährige hatten versucht, die Fensterscheiben der Wache einzuwerfen und die Tür der Polizeistation einzutreten. Anschließend hätten sie die Flucht ergriffen, dabei aber weiter mit Steinen geworfen und eine Beamtin mit einem ziegelgroßen Wurfgeschoss nur um Haaresbreite verfehlt.

Preetzer Jugendliche sind legendär

Die Preetzer Innenstadt war wegen zahlreicher Vorfälle mit aggressiven und gewalttätigen Jugendlichen im Mai letzten Jahres von der Polizei zum „gefährlichen Ort“ erklärt worden. Damit wird es der Polizei möglich, Personen und ihre Sachen ohne Anfangsverdacht zu durchsuchen. Auch wurde die Polizeipräsenz in der Innenstadt deutlich verstärkt. Es gab Hausdurchsuchungen, Waffenfunde und gerichtlich verordnete Anti-Aggressionstrainigs, berichten die Kieler Nachrichten. Und immer wieder Gespräche. Parallel dazu wurde in Sozialarbeiter investiert. Vor wenigen Tagen schließlich gab die Polizei nach einem runden Tisch zur Gewaltprävention Entwarnung.

Sie hob die Erklärung der Preetzer Innenstadt zum „gefährlichen Ort“ wieder auf, weil sich die Lage deutlich verbessert habe. Die verstärkte Polizeipräsenz in der Innenstadt wollte man aber beibehalten. Obwohl sie auf ein zweischneidiges Echo gestoßen war. Viele Bürger hatten verängstigt auf die Männer reagiert, die sie schützen sollten. Nach dem Angriff auf die Wache heute Nacht will die Polizei nun aber nicht einfach alles rückgängig machen und die gefährliche Kleinstadt wieder zum „gefährlichen Ort“ erklären. Die Lage solle genau beobachtet werden.

Die Personalien der mutmaßlichen Täter stünden fest, hieß es, die Staatsanwaltschaft beschäftige sich nun mit dem Fall. Zunächst verstärkte die Polizei nur die Streifen in Preetz.