Hamburg

Transporter wird im Elbtunnel von Lkw zerquetscht

Retter brauchen Stunden, um die Verletzten aus Wrack zu befreien. 31-Jähriger schwebt in Lebensgefahr. Weiterer Unfall in Stellingen.

Hamburg.  Zwei Stunden haben Feuerwehrleute am Montag gebraucht, um im Elbtunnel drei Eingeklemmte aus den Trümmern eines Kleintransporters zu befreien. Was Augenzeugen kaum für möglich gehalten hätten: Die 31, 24 und 20 Jahre alten Arbeitskollegen wurden lebend aus dem Wrack gerettet. Ihr Fahrzeug war zwischen zwei Lastzügen regelrecht zerquetscht worden.

Gegen 8.40 Uhr war die Feuerwehr in den Elbtunnel gerufen worden. Etwa in der Mitte der Oströhre war ein Lastzug auf den Kleintransporter einer Küchenfirma aufgefahren und hatte diesen mit so einer Wucht auf den davor stehenden Lastzug gedrückt, dass das Fahrzeug teilweise unter den Lkw geschoben wurde.

Feuerwehr war mit 52 Rettern im Einsatz

Den eintreffenden Rettern bot sich ein schreckliches Bild. Der Transporter war kaum noch als Fahrzeug zu erkennen. „Um überhaupt mit der Rettung beginnen zu können, musste der Feuerwehrkran eingesetzt werden, um den vorderen Lastzug einen Meter nach vorn zu ziehen“, sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger. Nur so habe der notwendige Platz geschaffen werden können.

Mit schwerem hy­draulischen Gerät drückten Feuerwehrleute vorsichtig das Blechknäuel aus­einander, um an die Eingeklemmten zu kommen. Mehrere Notärzte kümmerten sich um die Verletzten. „Nach etwa 90 Minuten konnte der erste Insasse aus dem Unfallfahrzeug gerettet werden“, sagt Unger. Die Verletzten kamen in umliegende Krankenhäuser. Der Fahrer (31) schwebt in Lebensgefahr. Auch die Fahrer der beiden beteiligten Lastwagen wurden leicht verletzt.

Die Feuerwehr war mit 52 Mann im Einsatz. Darunter waren auch mehrere für die spezielle technische Hilfeleistung bei Lkw-Unfällen ausgerüstete Einheiten.

Zweiter Verkehrsunfall sorgt für Stau

Auf der Autobahn bildete sich wegen des Unfalls schnell ein langer Stau. Zunächst waren beide Röhren in Fahrtrichtung Norden gesperrt worden, damit die Feuerwehr über zwei Röhren zum Unglücksort anrücken konnte. Später wurde in einer Röhre eine Fahrspur für den Verkehr freigegeben. Es bildete sich ein Stau, der in der Spitze rund zehn Kilometer bis ins Autobahndreieck Südwest zurückreichte. Weil sich die Bergungsarbeiten hinzogen, war die östliche Röhre des Elbtunnels bis in die späten Nachmittagstunden gesperrt.

Am frühen Nachmittag kam es dann bei Stellingen in Richtung Süden zu einem weiteren Verkehrsunfall zwischen einem Laster und einem Auto. Dadurch kam es auch in dieser Fahrtrichtung zu erheblichen Behinderungen. Der Stau erreichte dort eine Länge von bis zu 14 Kilometern.

Was zu dem Unfall im Elbtunnel führte, stand zunächst nicht fest. Vermutlich hatte der Fahrer (59) des auffahrenden Lastzuges zu spät reagiert, als die Fahrzeuge vor ihm verkehrsbedingt bremsen mussten. Der Unfalldienst der Polizei ermittelt. Der zerstörte Transporter und der vordere Lastzug wurden sichergestellt. Aus dem auffahrenden Lkw konnten die Daten des Fahrtenschreibers vor Ort gesichert werden.