Hamburger Landgericht

Prozessbeginn: Kokain als Kohlebriketts getarnt

Was aussieht wie ein Brikett, ist unter einer dünnen Kohleschicht gepresstes Kokain

Was aussieht wie ein Brikett, ist unter einer dünnen Kohleschicht gepresstes Kokain

Foto: Zollfahndungsamt Hamburg / dpa

Zwei Männer müssen sich vor dem Landgericht wegen unerlaubter Einfuhr und Handeltreibens mit Betäubungsmitteln verantworten.

Hamburg.  In einem Prozess vor dem Hamburger Landgericht geht es am Montag um einen ungewöhnlichen Schmuggel von 80 Kilogramm Kokain. Der Zoll hatte das Rauschgift im August vergangenen Jahres im Hamburger Hafen entdeckt. Es war professionell in einer Ladung von 18 Tonnen Holzkohle versteckt, die aus Paraguay kam und für eine Firma bei Augsburg bestimmt war.

Das Kokain hatte nach Angaben des Zollfahndungsamts Hamburg einen Straßenverkaufswert von rund 5,2 Millionen Euro. Es war zu Briketts von je 100 Gramm gepresst und mit einer schwarzen Kohleschicht überzogen. Die „Koksbriketts“ waren unter die echte Holzkohle gemischt worden.

Ein 62-Jähriger und ein 49-Jähriger aus der Nähe von Augsburg kommen nun vor Gericht. Der Ältere ist wegen unerlaubter Einfuhr und Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge angeklagt, der Jüngere wegen Beihilfe. Für die Abwicklung des Drogendeals sollen sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Firma mit Hilfe eines Strohmannes gegründet und Konten bei verschiedenen Banken eingerichtet haben. Die beiden Angeklagten waren im Oktober zusammen mit einem weiteren Mann verhaftet worden, gegen den das Verfahren inzwischen eingestellt wurde. Nur der 62-Jährige sitzt noch in U-Haft.