Gymnasium Ohlstedt

Flüchtling gesteht sexuellen Missbrauch eines Schulkindes

Der Mann soll das Mädchen auf dem Schulhof des Gymnasiums Ohlstedt angesprochen haben

Der Mann soll das Mädchen auf dem Schulhof des Gymnasiums Ohlstedt angesprochen haben

Foto: Gymnasium Ohlstedt

Er soll die Zehnjährige auf dem Schulhof abgefangen haben. Sex-Attacken unter anderem in Winterhude, Heimfeld und am Jungfernstieg.

Hamburg.  Zu einem erschütternden Vorfall ist es offenbar auf dem Schulhof des Gymnasiums Ohlstedt gekommen. Dort soll ein zehnjähriges Mädchen von einem Mann sexuell misshandelt worden sein. Die Polizei verdächtigt einen jungen Flüchtling. Er soll die Tat auch schon gestanden haben.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende in der Hamburger Bürgerschaft, Andreas Dressel, forderte am Sonntag die Abschiebung des Mannes. „Ich bin entsetzt und fassungslos“, erklärte der Politiker, zu dessen Wahlkreis Ohlstedt gehört. „Unsere Gedanken sind bei dem Mädchen und seiner Familie.“ Wer sich an Minderjährigen vergehe, gehöre mit aller Härte des Gesetzes bestraft. „Und wer so etwas tut, hat aus meiner Sicht sein Gastrecht in Deutschland verwirkt.“

Er fasste sie plötzlich an der Hüfte

Nach Polizeiangaben hat der Tatverdächtige die Zehnjährige am Donnerstag, 7. Januar, auf dem Schulhof an der Sthamerstraße angesprochen und sie um ihre Telefonnummer gebeten, die sie ihm auch gab. Als der junge Mann die Schülerin fragte, wann er sie wiedersehen könne, sagte sie ihm, zu welcher Uhrzeit sie am Freitag Schulschluss habe. Dann nahm der Tatverdächtige die Hand des Mädchens und küsste diese.

Auf die Frage, wo er wohne, antwortete der Mann dem Mädchen, er lebe in einer Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung. Als die Zehnjährige dann gehen wollte, fasste er sie plötzlich an der Hüfte und küsste sie auf den Mund. Das Mädchen flüchtete und erzählte seiner Mutter von dem Vorfall. Diese alarmierte die Polizei.

Laut Polizei liegen keine Haftgründe vor

Das Landeskriminalamt, das daraufhin die Ermittlungen übernommen hat, konnte demnach einen Tatverdächtigen ermitteln. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 23 Jahre alten Somalier, der als Flüchtling in einer Hamburger Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht ist.

Die Beamten haben den Tatverdächtigen am Freitagnachmittag nach Schulschluss am Gymnasium Ohlstedt aufgegriffen und zum Polizeipräsidium gebracht. Dort gestand der junge Mann die Tat. Nach Aufnahme seiner Personalien haben die Beamten den Mann entlassen, da nach Polizeiaussage keine Haftgründe vorlagen. Der Somalier werde nun in eine andere Einrichtung verlegt.

Ermittler veröffentlichen weitere Übergriffe

Die Polizei veröffentlichte am Sonntag Informationen über weitere sexuelle Übergriffe in Hamburg. Dabei handelt es sich um folgende Fälle:

Zwei Frauen wurden am Freitag, 8. Januar, gegen 17 Uhr in Hamburg-Winterhude von einem Mann sexuell belästigt. Der Unbekannte sprach die beiden 53-Jährigen auf der Dorotheenstraße an. Dabei holte er sein Geschlechtsteil aus der Hose und machte obszöne Bewegungen mit dem Becken. Nach Angaben der Opfer telefonierte er danach mit einem Mann in arabischer Sprache. Die Frauen suchten in einem Geschäft Schutz. Nachdem sie sich wieder beruhigt hatten, verließen sie den Laden und trafen erneut auf den Täter, diesmal in Begleitung eines weiteren Mannes arabischer Herkunft. Völlig verängstigt rannten die Frauen jetzt in ein Schuhgeschäft und verständigten die Polizei.

Trotz des Einsatzes von acht Streifenwagen konnte der Mann nicht festgenommen werden. Die Polizei bittet um die Mithilfe der Bevölkerung. Nach den Beschreibungen ist der mutmaßliche Täter 20 bis 25 Jahre alt und von arabischem Aussehen. Er ist etwa 175 bis 180 Zentimeter groß und hat eine athletische Figur. Er hat schwarze Haare, buschige Augenbrauen und einen leichten Bart. Zur Tatzeit trug er ein schwarzes Kapuzensweatshirt. Hinweise nimmt die Verbindungsstelle im Landeskriminalamt unter 040/4286-56789 entgegen.

Ein 25jähriger Iraner steht im Verdacht, eine junge Iranerin in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung am Hörgensweg in Hamburg-Eidelstedt im Schlaf unsittlich angefasst zu haben. Die 24 Jahre alte Frau meldete den Vorfall. Der Mann wurde in eine andere Unterkunft verlegt. Das Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen.

Am Jungfernstieg bedrängten am Freitagabend gegen 20.30 Uhr mehrere Männer eine Passantin. Ein Mann hatte die Tat beobachtet und im HVV-Büro am Alsteranleger die Polizei alarmiert. Zivilfahnder entdeckten eine Gruppe junger Männer, auf die die Beschreibung passte. Polizeibeamte stellten die Gruppe daraufhin. Es handelt sich um Afghanen im Alter von 17 bis 24 Jahren. Einer der Männer gab zu, dass ein Landsmann einer Frau an den Busen gegriffen hatte.

Der Mann war allerdings bereits verschwunden. Auch das Opfer, wie auch der Zeuge, der die Tat im HVV-Büro gemeldet hatte, meldeten sich bislang nicht. „Sie werden dringend gebeten sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen“, sagt ein Beamter. Einer der angetroffenen Afghanen wurde festgenommen, weil er sich illegal in Deutschland aufhält. Fünf weitere nahm die Polizei in Gewahrsam.

Ebenfalls am Freitagabend wurde eine 48-jährige Frau in Hamburg-Heimfeld von zwei Männern angegriffen und unsittlich berührt. Sie war kurz vor 23 Uhr an der Stader Straße, an einem Wohnwagenvertrieb, zwei Nordafrikanern begegnet. Einer der Männer griff ihr an die Brust, der andere in den Genitalbereich, teilte die Polizei mit. Der Frau gelang es, zu einer Tankstelle zu flüchten. Der Angestellte der Tankstelle informierte die Polizei Eine Sofortfahndung führte nicht zur Festnahme der Täter. Polizeibeamte kümmerten sich um das weinende Opfer.

Am Sonnabendvormittag wurde eine Rettungsassistentin Opfer eines sexuellen Übergriffs. Nach Polizeiangaben sollte der stark betrunkene Mann aus Eritrea, der am Hansaplatz in Hamburg-St.Georg aufgegriffen worden war, vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht werden. Im Rettungswagen begann der 25-Jährige die jungen Frau zu streicheln. Obwohl sie ihn deutlich abwies, hörte er nicht auf. Er griff in die Hose und nahm sexuelle Handlungen an sich vor. Auch in der Klinik ließ er nicht von ihr ab. Das Pflegepersonal informierte schließlich den Sicherheitsdienst. Der Mann wurde in einer Ausnüchterungszelle untergebracht.

Am frühen Sonntagmorgen gegen 2.10 Uhr wurde eine 31 Jahre alte Frau am S-Bahnhof Reeperbahn auf St. Pauli unsittlich angefasst und beleidigt. Gemeinsam mit einer 21-jährigen Freundin war sie auf dem Heimweg. Auf der Treppe zu den S-Bahngleisen wurde sie von hinten am Po angefasst. Als sie sich umsah, hatte sie drei Männer vor sich. Sie machte ihnen unmissverständlich klar, dass sie sich das nicht gefallen lassen würde. Als sie die Polizei alarmieren wollte, wendete einer der mutmaßlichen Täter, ein 23 Jahre alter Mann, Gewalt an. Er hielt sie am Handgelenk fest und schüttelte sie. Die beiden Frauen konnten danach die S-Bahn Richtung Hauptbahnhof besteigen, wurden allerdings von den Tätern verfolgt. Daraufhin informierten sie die Polizei.

Nach Einfahrt der S-Bahn im Hauptbahnhof konnten die drei Männer zunächst flüchten. In der Nähe des Hauptbahnhofs (Bremer Reihe) konnte später ein Tatverdächtigter gestellt und vorläufig festgenommen werden. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 0,94 Promille. Der polizeilich bekannte Beschuldigte aus Hamburg verweigerte jegliche Aussage und wurde nach Abschluss der bundespolizeilichen Maßnahmen entlassen. Bundespolizisten leiteten Strafverfahren (Körperverletzung, Nötigung) gegen ihn ein. Nach jetzigem Sachstand gehört der Beschuldigte zur Tätergruppierung, ist aber nicht der Täter, der die Frau unsittlich berührt hatte. Nach ersten Zeugenaussagen ist bei dem Täter ein Migrationshintergrund nicht auszuschließen. Die weiteren Ermittlungen werden von der Bundespolizeiinspektion Hamburg geführt.