Hamburg-Altona

Demo für spanisches Zentrum endet im Chaos

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abendblatt.de

Rund 200 Autonome wollten in Ottensen für ein Kulturzentrum in Bilbao demonstrieren. Es flogen Flaschen und Steine; zwei Polizisten verletzt.

Hamburg. Nach einer Demonstration ist es am Mittwoch in Hamburg zu Ausschreitungen zwischen Autonomen und der Polizei gekommen. Rund 200 Linksradikale hatten sich am Abend am Spritzenplatz im Altonaer Stadtteil Ottensen versammelt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Der Grund lag in diesem Fall etwas ferner, genauer gesagt rund 1500 Kilometer: Die Demonstration war gestartet worden, weil im nordspanischen Bilbao ein Kulturzentrum geschlossen werden sollte. Sie war nicht angemeldet. Wegen des Räumungstages des seit Jahren besetzten Kultur- und Stadtteilzentrums Kukutza III hatte die linksorientierte Protestszene zu einer Solidaritätskundgebung mobilisiert.

Im Anschluss des Protestzuges bewarfen die überwiegend jungen Demonstranten die Polizei mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Dabei wurden zwei Beamte leicht verletzt. Eine Polizistin wurde mit einem gegenstand am Helm getroffen und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Zwei Streifenwagen und ein Motorrad wurden beschädigt. Bei einem Polizeiauto wurde die Scheibe eingeworfen. Die Polizei verhängte Platzverweise gegen 22 Menschen.

Einsatzkräfte stoppten die Teilnehmer Vor Erreichen eines Einkaufszentrums in der Ottenser Hauptstraße stoppte die Polizei die Teilnehmer. Einige der Demonstranten reagierten mit Flaschenwürfen, ein Beamter wurde dadurch an der Hand verletzt. Im Anschluss marschierte der Aufzug über die Bahrenfelder Straße, die Friedensallee, die Barnerstraße und zurück über die Bahrenfelder Straße zum Alma-Wartenberg-Platz. Dabei kam es zu diversen Flaschen- und Böllerwürfen. Dort löste sich der Aufzug in mehrere Gruppen auf, wobei Unbekannte nach Angaben der Polizei einen Streifenwagen mit Bierzeltgarnituren bewarfen und erheblich beschädigten.

Kurz darauf randalierten den Angaben zufolge 50 bis 60 Vermummte nahe dem Fischmarkt und zerstörten dort die Scheiben eines Restaurants und eines Cafés. Ob sie von der Demonstration kamen, war zunächst unklar. Die Polizei nahm vier Randalierer im Alter zwischen 20 und 25 Jahren fest. Drei von ihnen wurden erkennungsdienstlich behandelt, anschließend wurden alle entlassen. Zur Schadenshöhe konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Der Staatsschutz ermittelt. (dpa/dapd/abendblatt.de)

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