Landgericht Verden

Prozess gegen "Hells Angel": Gericht lehnt Aussetzung ab

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Die Verteidigung des angeklagten Rockers wollte eine Unterbrechung erwirken, um in einem neu erschienenen Buch eines Kronzeugen zu lesen.

Verden. Im Prozess gegen ein Mitglied der „Hells Angels“ wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Landgericht Verden am Dienstag einen Antrag auf Aussetzung des Verfahrens zurückgewiesen. Die Verteidigung hatte ihren Antrag damit begründet, dass am Montag ein Buch eines ehemaligen „Hells Angels“-Mitglieds und Kronzeugen erschien. Das Gericht sollte zuerst Zeit einräumen, das Buch zu lesen, forderte die Verteidigung. Der Vorsitzende Richter entschied jedoch, dass es ausreiche, die Vernehmung des Kronzeugen um zwei Wochen auf den 27. Oktober zu verschieben.

Der 51-Jährige muss sich seit Montag wegen eines Überfalls auf fünf Männer aus dem Umfeld der konkurrierenden Rockerbande „Bandidos“ verantworten. Der Angeklagte soll im März 2006 die Männer zusammen mit anderen Beteiligten überfallen und mit Axtstielen auf sie eingeschlagen haben. Einige Opfer wurden schwer verletzt.

In dem Fall waren bereits im Dezember 2008 in Hannover mehrere Mitglieder der „Hells Angels“ wegen gefährlicher Körperverletzung zu Freiheitsstrafen von zwei Jahren bis zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Der jetzt vor Gericht stehende 51-Jährige war seinerzeit flüchtig. Per Handschlag hatten die Rockerclubs Hells Angels und Bandidos im Mai Frieden geschlossen .