Hamburger Landgericht

"20-Cent-Fall": Verteidiger sieht Wende - Bewährung möglich?

Foto: Michael Arning

Die Anklage lautet auch auf versuchten Totschlag. Gutachten habe jedoch keine Hinweise auf durch Fußtritte verursachte Verletzungen ergeben.

Hamburg. Im "20-Cent-Prozess" gegen Onur K. und Berhan I. deutet sich eine Wende an. Derzeit müssen sich die 17 Jahre alten Jugendlichen vor dem Landgericht verantworten, weil sie im Juni 2009 in Harburg einen 44 Jahre alten Dachdecker im Streit um 20 Cent totgeprügelt haben sollen. Das medizinische Gutachten habe keine Hinweise auf durch Fußtritte verursachte Verletzungen am Kopf des Opfers ergeben, sagte Siegfried Schäfer, Verteidiger von Onur K.

Wegen der Fußtritte hatte die Staatsanwaltschaft die Tat auch als versuchten Totschlag angeklagt. Nach Einschätzung Schäfers wird sie diesen Anklagepunkt nun nicht mehr aufrechterhalten können. Stünde nur der Vorwurf der Körperverletzung mit Todesfolge im Raum, rechne er bei einer Verurteilung mit einer zur Bewährung ausgesetzten Jugendstrafe - zumindest für seinen Mandanten. Die für eine Bewährung bedeutsame positive Sozialprognose könnte im Fall von Berhan I. jedoch durch dessen jüngste Gewalttat ungünstig beeinflusst werden. Wie berichtet, soll der 17-Jährige s eine Freundin krankenhausreif geprügelt haben. Sie soll am 27. Juli als Zeugin vor Gericht aussagen.