Hamburg. Katja Lücke wünschte, Bürgerschaft wäre geschlossen ins Grindelviertel gekommen. Um der Kinder willen. Jetzt trotzt sie der Angst.

Es war der schwärzeste Tag ihres Lebens, sagt Katja Lücke. Die Hamburgerin hatte ihre Tochter am Freitag nicht zur Schule geschickt. Aus Angst. Ihre Tochter besucht die jüdische Joseph-Carlebach-Schule im Grindelviertel, früher als Talmud-Tora-Schule bekannt. „Auch ich habe diesem Gefühl von Sorge nachgegeben“, bekennt Katja Lücke in einem offenen Brief, den sie unter anderem an die Hamburgische Bürgerschaft und den Deutschen Bundestag verschickt hat. Dabei habe sie nach den Erfahrungen ihrer Mutter und ihres Großvaters geschworen, nie wieder Opfer sein zu wollen.