Vorsätze für 2020

Rach, Du Mont, Poletto: Was sich Hamburgs Promis vornehmen

Sky du Mont blickt durch den Vorhang des Abendblatt-Podcaststudios.

Sky du Mont blickt durch den Vorhang des Abendblatt-Podcaststudios.

Foto: HA / Sebastian Becht

Streichen, Sightseeing, Selbstliebe entwickeln: In der Hamburg-Kolumne sprechen bekannte Köpfe der Stadt über ihre Wünsche für 2020.

Viele Gedanken macht sich Christian Rach über das kommende Jahr. „Ich habe drei große Wünsche“, sagt der bekannte Hamburger Koch am Telefon. Zum einen wünsche er sich endlich Politiker, die richtig zuhören. „Und die uns allen nicht nur in Wahlkampfzeiten Nähe vorgaukeln, die es gar nicht gibt.“ Zum anderen wolle er im kommenden Jahr doch endlich einmal umfassend aufgeklärt werden, was die Menschen „alles wirklich tun müssen, um die Umwelt zu schützen“.

Dabei sollten alle Beteiligten nicht in einen Wettstreit verfallen und sich bei Vorschlägen für den Umweltschutz gegenseitig überbieten. „Ich wünsche mir sehr, dass die Bevölkerung bei dem Thema endlich richtig mitgenommen wird.“ Und dann hat Rach noch einen ganz besonderen persönlichen Wunsch: „Ich wünsche mir, dass der Radweg, der eines Tages dort verläuft, wo jetzt mein schönes Restaurant steht, auch fleißig von den Hamburgern genutzt wird.“

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Der Schauspieler Sky du Mont hat bereits jetzt einen gut gefüllten Terminkalender für das kommende Jahr. In den ersten beiden Monaten 2020 ist er unterwegs mit der Show „Herr der Ringe“, bei der er als Erzähler auftritt. Danach stehen Dreharbeiten für die Joyn-Serie „Haunted“ an, bei der der Hamburger von unheimlichen Erlebnissen aus dem ganzen Land berichtet. „Hier erzählen Menschen von ihren Begegnungen mit scheinbar übernatürlichen Geistererscheinungen.“

Bisher sind von der Serie drei Staffeln gezeigt worden. Und auch für eine seiner liebsten Projekte hat sich du Mont schon einen Platz im Kalender reserviert, die „Rocky Horror Show“, bei der er ebenfalls als Erzähler auftritt, wird ihn im Dezember eine Weile beschäftigen. „Fest vorgenommen habe ich mir eigentlich auch, ein neues Buch zu schreiben.“ Und sein großer Wunsch: „Weniger unterwegs zu sein.“ Wobei: Wie das mit dem bereits jetzt so voll gefüllten Terminkalender zusammenpassen soll, ist die Frage ...

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Eine Vollblut-Denkmalschützerin wie Kristina Sassenscheidt hat natürlich auch beim Jahreswechsel eher die Vergangenheit als die Zukunft im Blick. Und so feiert die Sprecherin und Geschäftsführerin des Hamburger Denkmalvereins Silvester in einer schönen Jugendstilvilla von Freunden in Bergedorf. Die Party mit mehreren befreundeten Familien steht unter dem Motto „20er-Jahre“.

„Wir haben uns etwas von der hedonistischen Weltuntergangsstimmung vor 100 Jahren inspirieren lassen“, erzählt Kristina Sassenscheidt. Sie werde daher ein „viel zu kurzes Kleid“ tragen. Auf Böller werden bei der Feier verzichtet, so die Denkmal- und Umweltschützerin. Ihr Sohn Neo habe mit knapp fünf Jahren ohnehin mehr Interesse an Wunderkerzen und fürchte sich eher vor der Knallerei.

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß hat sich zwei Themen für 2020 vorgenommen. Zum einen ist das die deutsche EU-Ratspräsidentschaft, die ihn beschäftigt. „Ich möchte unter anderem die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen und zusammen mit meinen Kollegen unsere Hamburger CDU-Initiative für schnelleres Planen und Bauen auch auf europäischer Ebene vorantreiben“, sagt er.

„Eine Reform des Planungsrechts wäre für Hamburger Infrastrukturprojekte wie den Neubau der Köhlbrandquerung von enormer Bedeutung.“ Dazu steht ein eigenes Buchprojekt bei Ploß an. „Ich möchte ein Buch darüber schreiben, wie die Zukunft des Rentensystems in Deutschland ausschauen sollte und wie wir die Generationengerechtigkeit in unserem Land stärken können.“

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Eher handwerkliche Pläne hat Comedian Jörg Knör für 2020. „Ich muss das Schlafzimmer streichen“, sagt er. Streichen will er aber auch gern seine Über-Kalorien, wie er sie nennt. „Und sinnlose Kontakte im Netz.“ Ach ja und noch etwas hat sich der Entertainer vorgenommen: „Wieder mehr für Freunde kochen und weniger vor Wut über Lobby-Politiker wie Julia Klöckner und Andreas Scheuer.“

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Beauty-Experte Boris Entrup ist beruflich stark eingespannt. Aber es sollen in 2020 neben seiner Arbeit auch noch andere Themen im Fokus stehen. „Das neue Jahr steht für mich auch im Zeichen von Nachhaltigkeit, Besinnung auf das Wesentliche und Respekt.“ Sein Vorsatz: „Ich nehme mir für 2020 vor, noch mehr davon umzusetzen. Denn wer sich selbst achtet und eine gesunde Selbstliebe entwickeln kann, der kann auch andere Lebewesen oder die Umwelt achten.“

Der 41-Jährige macht sich viele Gedanken und ist zu der Erkenntnis gelangt: „In der Hektik des Alltags ist das sicher nicht einfach und man verliert gelegentlich wieder das Gefühl für sich. Jeder kann andere Möglichkeiten finden, wirklich etwas nur ausschließlich für sich zu machen, um sich wahrzunehmen und sich in seiner Haut wohlzufühlen.“

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Bei Box-Weltmeisterin Susi Kentikian stehen schon gleich zum Anfang des Jahres sportliche Aktivitäten auf dem Plan. „Am 5. Januar können gern alle Hamburger mitmachen oder zuschauen. Dann mache ich nämlich ein Boxtraining im Alstertal Einkaufszentrum. Ansonsten habe ich viele neue, spannende Projekte, auf die ich mich monstermäßig freue, aber über die ich leider noch nichts verraten darf“, sagt die gebürtige Armenierin. Für 2020 wünscht sich Kentikian „als Allererstes Gesundheit und Glück für meine Familie, Freunde und alle anderen guten Menschen.“

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Auch Schauspielerin Sabine Kaack hat sich Gedanken über 2020 gemacht. „Familiensinn mit Liebe, Vertrauen, Zuversicht und Freude sind meine Attribute für das kommende Jahr. Die Entdeckung des Wesentlichen im Leben. Rückschau halten und bereit sein für neue Wunder in meinen künstlerischen Prozessen – und ich wünsche mir, dass der Spiegel der Wärme unsere politischen, arroganten Weltverbesserer trifft.“

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Hamburg besser kennenlernen, das will Profi-Tänzerin Isabel Edvardsson. „Ich lebe zwar schon etwa sechs Jahre hier, aber ich kenne noch nicht alles“, sagt sie. Ihr großes Ziel: „Umweltbewusster zu leben und diese Ansichten auch an meinen Sohn weiterzugeben. Silvester feiere ich natürlich hier zu Hause in Hamburg, und danach geht die neue Saison in meiner Tanzschule los. Ich freue mich auf das Jahr 2020.“

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Auch Sängerin Helen Schneider macht sich Gedanken über das neue Jahr: „Silvester heißt immer für mich eine Zäsur, eine Pause, eine Chance, zu überlegen, wie alles jetzt im Leben läuft. Ich wünsche uns aber allen vor allem Frieden und Gesundheit.“

Die Künstlerin, die in Blankenese lebt, verrät: „Ganz ehrlich, eigentlich hat schon der September für mich immer die Bedeutung eines neuen Starts. Die Schule, an der ich doziere, beginnt, die Theater-Saison beginnt, Ferien sind vorbei und alle Projekte, die man im ganzen Sommer in Gedanken vorbereitet hat, nehmen konkrete Form an.“

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Die Sängerin und Gewinnerin von „Deutschland sucht den Superstar“, Ane­ta Sablik, denkt zuerst einmal an die Hamburger. „Ich wünsche allen Hamburgern viel Gesundheit, Glück und Erfolg für das Jahr 2020 – vor allem aber Zufriedenheit“, sagt sie.

Sie hoffe, dass die Menschen im nächsten Jahr mehr Zeit für die wichtigen Dinge finden und die Welt es schafft, noch besser für sich, die Menschen und die Natur Sorge zu tragen. „Noch nie mussten so wenig Menschen Hunger leiden, aber jeder Einzelne ist zu viel. Noch nie gab es so viel Aufmerksamkeit für Umweltanliegen weltweit, doch hier benötigen wir nicht Aktionismus, sondern Nachhaltigkeit“, so die Sängerin.

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Eigentlich ist Peter Tschentscher immer im Dienst. Unzählige Empfänge hat der Bürgermeister in diesem Jahr besucht, viele Grußworte gehalten und die Stadt regiert. Und anstatt geruhsam in das neue Jahr zu starten, erwartet den 53-Jährigen bereits am 1. Januar der erste offizielle Termin. Um 10.45 Uhr startet der Neujahrsempfang im Rathaus. Was sich der Politiker für 2020 erhofft? „Ich wünsche mir, dass die Hamburger Politik auf einem guten Kurs bleibt und wir eine vielfältige Presselandschaft behalten.“

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Nachdenklich wird der ehemalige Wirtschaftssenator Ian Karan den Jahreswechsel feiern und auf 2020 blicken. „Ich habe gerade einen sehr guten Freund beerdigen müssen“, sagt er. „Je älter man wird, desto mehr Menschen verliert man links und rechts.“ Die Einschläge kämen leider immer dichter. Deshalb habe er eigentlich nur einen großen Wunsch: „Dass meine Familie, meine Freunde und ich lange lange gesund bleiben.“ Gesundheit sei einfach das höchste Gut. „Lasst uns mehr von der Geburt sprechen als vom Tod“, sagt Karan aufmunternd. Er selbst wolle im kommenden Jahr hauptsächlich die Arbeit seiner Stiftung voranbringen. „Es gibt so viel zu tun, sowohl in Hamburg als auch in meinem Ursprungsland Sri Lanka.“

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Auf mehrere neue Projekte freut sich Cornelia Poletto. Die Gastronomin wird die Fläche der Kneipe Brospieker an der Goernestraße übernehmen und dort direkt neben ihrem Restaurant eine Bar eröffnen. „Ich wünsche mir ganz persönlich, dass ich es auch 2020 schaffe, mir meine Gelassenheit zu erhalten. Die brauche ich auch, denn ich habe viele tolle Pläne“, sagt die Starköchin, die mit dem ehemaligen Bahn-Chef Rüdiger Grube verheiratet ist.

Im Frühjahr erscheinen gleichzeitig die erste Ausgabe ihres eigenen Magazins und ein neues Kochbuch. Und es stehen Besuche in ihrem Restaurant „The Twins by Cornelia Poletto“ in der chinesischen Me­tropole Shanghai auf dem Programm.