Rindermarkthalle Hamburg

Nina Bott: Ich wurde beim Stillen aus dem Café geworfen

Die damals noch schwangere Nina Bott mit ihrem Lebensgefährten Benjamin Baarz im September 2018 beim Radiopreis in Hamburg.

Die damals noch schwangere Nina Bott mit ihrem Lebensgefährten Benjamin Baarz im September 2018 beim Radiopreis in Hamburg.

Foto: Imago/Sven Simon

"So etwas habe ich noch nie erlebt": Die Schauspielerin und dreifache Mutter schildert einen Vorfall mit ihrem jüngsten Kind.

Hamburg. Dass Stillen in der Öffentlichkeit ein sensibles Thema ist, weiß Nina Bott aus eigener Erfahrung. "Es gibt einfach so Themen, die polarisieren", sagte die Schauspielerin und Vox-Moderatorin ("Prominent!"), die mit einer selbst erlebten Anekdote die Debatte nun einmal mehr anschieben könnte.

Wie die 41 Jahre alte Hamburgerin mehreren Medien schilderte, sei die dreifache Mutter Anfang des Jahres mit ihrem jüngsten Kind aus einem italienischen Café in der Rindermarkthalle auf St. Pauli regelrecht hinausgeworfen worden – eben weil sie ihr Baby dort stillen wollte.

Bott: "So etwas habe ich noch nie erlebt"

Der Geschäftsführer habe sein Anliegen "aggressiv" vorgetragen, sagte Bott der Bild-Zeitung. Ihren drei Wochen alten Sohn Lio habe sie "noch nicht einmal zu Ende stillen" dürfen. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Bott, die zuvor auch ihren zwei älteren Kindern die Brust gegeben hatte.

"Ich habe ihn gefragt, wie er sich das vorstellt", erzählte die Mutter bei RTL: "Ich saß da halbnackt." Mit Tränen in den Augen habe sie ihr Kind schließlich neben dem Café im Stehen weiter genährt, bis ihr aus einem benachbarten Friseurladen ein Stuhl gereicht worden sei.

Fläschchen für Bott "völlig in Ordnung"

"Bis dahin stand ich echt blöd rum, denn da gab es auch keine Alternative." Dass zuvor kein Passant für sie Partei ergriffen habe, stößt Bott noch immer bitter auf. "Wenn ich sehen würde, dass einer anderen Mama so etwas passiert, da wäre ich glaube ich ausgerastet", sagte sie RTL.

Sie selbst habe sich von stillenden Müttern "noch nie gestört oder provoziert gefühlt". Gleichwohl wisse sie, dass etliche Frauen ihren Säugling nicht anlegen könnten oder wollten. "Fläschchen-Babys, das ist für mich alles völlig in Ordnung", sagte Bott.

Café spricht von Missverständnis

Nach RTL-Angaben habe der Café-Betreiber den Vorfall in der Zwischenzeit zu einem Missverständnis erklärt. Demnach sei er davon ausgegangen, Nina Bott habe nichts mehr bestellen wollen.

In Hamburg hatte zuletzt vor vier Jahren ein ähnlicher Fall für Aufsehen gesorgt. Damals hatte ein Fahrer eine stillende Mutter mit ihrem Kind aus einem Linienbus geworfen. Die Hochbahn entschuldigte sich bei der Frau und stellte klar: "Stillen im Bus ist selbstverständlich ganz klar erlaubt."