Hilfe für Krebskranke

Phönikks-Stiftung: Ein 30. Geburtstag, der Mut macht

Christel Bremer (Gründerin der Phönikks-Stiftung) und Beatrice Züll (Geschäftsführerin der Stiftung) am Donnerstag im Atrium der HanseMerkur

Christel Bremer (Gründerin der Phönikks-Stiftung) und Beatrice Züll (Geschäftsführerin der Stiftung) am Donnerstag im Atrium der HanseMerkur

Foto: Andreas Laible

150 Mitglieder und Unterstützer feiern das Jubiläum der Hamburger Phönikks-Stiftung, die Familien von Krebskranken hilft.

Neustadt.  Dieser vorerst letzte wunderschöne Sommerabend war einem an sich traurigen Thema gewidmet – der tückischen Krankheit Krebs. Aber, so formulierte es Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) in ihrer wie immer improvisierten Rede: „Wir feiern heute eine Stiftung, die nicht nur professionelle Beratung und Hilfe für Betroffene bietet. Wir feiern heute eine große Portion Menschlichkeit. Und dafür danke ich allen hier anwesenden Unterstützern.“

Seit 1986 hat sich die „Stiftung Phönikks Familien leben – mit Krebs“ zur Aufgabe gemacht, krebskranken Menschen und deren Angehörigen zu helfen. Jährlich erhalten rund 300 Betroffene – Kinder, Jugendliche und deren Familien – Unterstützung, Therapie und Begleitung. Den 30. Geburtstag beging die Stiftung mit einer großen Feier im
Atrium der Versicherung HanseMerkur. Geladen waren Mitglieder, Freunde und Unterstützer der Stiftung.

HanseMerkur-Vorstand Andreas Gent begrüßte die rund 150 Gäste und ehrte die Stiftung als „Trost- und Hoffnungsgeber in den schwierigsten Situationen“. Ein Film machte anschaulich, wie vielfältig die Arbeit von Phönikks ist: Kindern wird mithilfe von Musiktherapie eine Möglichkeit der Verarbeitung gegeben. In Gesprächen wird Familien Trost gespendet. Manchmal helfe es, einfach über Alltägliches wie Freunde oder Musik zu sprechen, sagt eine Therapeutin. Unter anderem arbeitet Phönikks mit dem Hamburger Mammazentrum des Jerusalem Krankenhauses zusammen. Von Brustkrebs betroffene Frauen können dort an einer kostenlosen psychotherapeutischen Sprechstunde teilnehmen.

Durch den Abend führte Hubertus Meyer-Burckhardt, der die Arbeit der Stiftung seit Langem begleitet und außerdem Sterbehäuser unterstützt. „Ich habe selbst einschneidende Erlebnisse in meinem Umfeld gehabt und weiß: Das Leben ist fragil.“ Der NDR-Moderator sei sehr froh und gerührt, zu diesem Abend beitragen zu können.

Die ohnehin positive Stimmung der Feier wurde noch verstärkt durch die Musiker Max Mutzke und Maik Schott, die eigene Stücke, aber auch eine Coverversion von Ray Charles präsentierten. Im Anschluss trat der Soulwriting Chor auf und vertonte den sehr bewegenden R.E.M.-Song „Everybody Hurts“.

Unterstützung von Barbara Schöneberger, Otto Waalkes und Jens Lehmann

Neben Katharina Fegebank, die die Tochter eines Kollegen gebeten hatte, ihren Phönikks zu bemalen, hatten Designer Tobias Grau, Marlies Möller, Barbara Schöneberger, Otto Waalkes, der ehemalige Nationaltorhüter Jens Lehmann und Schauspielerin Rhea Harder-Vennewald („Notruf Hafenkante“) eine Holzfigur künstlerisch gestaltet.

Maßgeblich in der Gründungsphase der Stiftung involviert war Michael Jürgs. In seiner Rede erinnerte der Journalist an die Anfänge der Stiftungsarbeit. Den Anstoß für die beispielhafte Initiative gab eine Geschichte im „Stern“ über die tückische Krankheit Krebs. Jürgs war damals zusammen mit Heiner Bremer in der Chefredaktion des Magazins. Bremers Frau Christl, die selbst als 17-Jährige an Krebs erkrankt war, hatte die Idee zu einem Modellprojekt, um betroffenen Familien durch die Krankheit zu helfen.

Doch es brauchte Geld und Überzeugungsarbeit, so Jürgs, um Christl Bremer davon zu überzeugen, die Idee in die Tat umzusetzen. Allein durch Leserspenden kam damals eine Million D-Mark zusammen, die Deutsche Krebshilfe spendete eine weitere Million, und eine ZDF-Spendenaktion bescherte nochmals 2,7 Millionen D-Mark. Viele Jahre war Christl Bremer die Frau an der Spitze der Stiftung, klärte auf, sammelte Spenden, baute ein Netzwerk auf. Mit 71 Jahren zog sie sich aus dem aktiven Geschäft zurück, ist aber nach wie vor im Vorstand. „Ich freue mich, dass die Stiftung nun schon seit 30 Jahren besteht und wünsche ihr auch für die Zukunft ein langes Leben“, sagte sie im Beisein ihres Mannes Heiner. Es sei aber gut, dass sie nun nach so langer Zeit die Leitung an Nachfolgerin Beatrice Züll gegeben habe. „Sie geht einen anderen Weg, aber der ist gut. Ich habe nun wieder Zeit für mein Privatleben. Phönikks war mein Leben, rund um die Uhr.“

Cornelia Poletto, die mit ihrem Team das Drei-Gänge-Menü kochte, zeigte sich beeindruckt von der Stiftung: „Jeder, der bereits mit dem Thema Krebs in Berührung gekommen ist, weiß, wie sehr diese Krankheit auch das direkte Umfeld der Betroffenen belastet. Ich freue mich, dass so viele Prominente aus ganz Deutschland kreativ geworden sind und liebevoll einen ,Phönikks‘ gestaltet haben. Hoffentlich kommt durch die Versteigerung der kleinen Hoffnungsträger ganz viel Geld zusammen.“ Am Ende des Abends waren es 50.000 Euro – allein die Figuren von Udo Lindenberg und Daniel Richter hatten jeweils 6000 Euro eingebracht.