"Richter Gnadenlos"

Schill über von Beust: Würden uns einfach in die Arme fallen

Da war noch alles Friede, Freude, Eierkuchen: Ronald Schill (l.) am 31. Oktober 2011 bei seiner Ernennung zum Innensenator mit dem damaligen  Bürgermeister Ole von Beust

Da war noch alles Friede, Freude, Eierkuchen: Ronald Schill (l.) am 31. Oktober 2011 bei seiner Ernennung zum Innensenator mit dem damaligen Bürgermeister Ole von Beust

Foto: Picture Alliance/dpa

Hamburgs ehemaliger Innensenator Ronald Schill lebt inzwischen in Rio. Aus Brasilien möchte er nicht mehr weg - aus bestimmtem Grund.

Hamburg. Medial zu inszenieren wusste er sich schon immer, in letzter Zeit ist es um Ronald Barnabas Schill dennoch zunehmend ruhiger geworden. Letztmals Kenntnis nehmen von Hamburgs ehemaligem Innensenator (2001 bis 2003) konnte eine breite Öffentlichkeit in der Auswanderer-Sendung "Goodbye Deutschland", in der der TV-Sender Vox im Herbst vergangenen Jahres Schills neues Leben in einem Drogenviertel Rio de Janeiros dokumentierte.

Jetzt hat der 57-Jährige verraten, dass er Deutschland wohl für immer den Rücken kehren wird. "Ich mag Brasilien sehr", sagte Schill dem Magazin Stern (aktuelle Ausgabe). Am Zuckerhut könne er sich frei entfalten. "Außerdem würden mich die Frauen hier vermissen", sagte der in Hamburg als "Richter Gnadenlos" berüchtigt gewordene Anwalt.

Späte Einsicht bei von-Beust-Outing

Eine andere Aussage dürfte vor allem Ole von Beust freuen, wenn sie ihm auch nicht mehr viel nützen wird. "Das war in der Tat eine nicht so geschmeidige Lösung", sagte Schill über das im Jahr 2003 durch ihn übernommene Outing des damaligen Hamburger Bürgermeisters. Dies würde er in dieser Art nicht mehr machen. Allerdings sei der Vorgang zwischen ihm und von Beust ohnehin längst aufgearbeitet. "Wenn der Ole und ich uns heute treffen würden, fielen wir uns einfach in die Arme", sagte Schill.