Mein Quartier – Stadtteilreporter berichten

Streit um die Geschenke-Box von Altona

Steve Remesch

Bezirksamt will für Holzbude an der Langenhorner Straße keine Genehmigung erteilen

Altona-Nord. Die "Givebox" an der Langenfelder Straße nahe dem Holstenplatz soll weg. Anwohner hatten sie im August aufgestellt - allerdings ohne die erforderliche Sondergenehmigung. Als die Betreiber den offiziellen Antrag nun nachreichten, verweigerte das Bezirksamt die Erlaubnis. Das Konzept der Geschenke-Box stammt aus Berlin. In einer schrankähnlichen Holzbude können Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden und zum Wegwerfen zu schade sind, abgelegt werden. Wer sich für die Objekte interessiert, kann sich bedienen. Die Nutzer regeln den Unterhalt der Bude selbst.

"Für die Ablehnung der Sondernutzung war begründend, dass das Aufstellen derartiger Holzboxen im öffentlichen Raum eine nicht zu unterschätzende Brandlast darstellen würde", sagt die Sprecherin des Bezirksamts, Kerstin Godenschwege. "Außerdem wird die Vermüllung solcher Plätze als problematisch angesehen."

Der Hamburger Internet-Dienstleister Airbnb, der die Giveboxen überall in Deutschland logistisch unterstützt, will jetzt Einspruch gegen die Entscheidung des Bezirksamts einlegen. "Wir können die Sorgen der Behörde teilweise nachvollziehen", sagt Mitarbeiter Moritz Döring. "Allerdings glauben wir, dass wir einen gemeinsamen Weg finden können, um die Giveboxen langfristig zu etablieren."

Die Nachbarschaft habe bislang eine Vermüllung selbst verhindert. "In den Gemeinden wurde das Prinzip unglaublich positiv aufgenommen", sagt Döring. Zur Brandgefahr sagt er, ein Feuerlöscher könne bei jeder Givebox das Problem einfach lösen. Zudem gebe es im vorliegenden Fall "die Zusage eines benachbarten Kioskbesitzers, dass er ein Auge auf die Givebox werfen will."

Die Betreiber glauben, bis Januar eine gemeinsame Lösung mit dem Bezirksamt finden zu können. "Notfalls besteht immer noch die Möglichkeit, die Givebox auf privatem Grund aufzustellen", sagt Döring.