Hamburg. Ein 76-Jähriger, dessen Tage gezählt sind, seine Frau und ihr gemeinsamer kleiner Sohn: Das sind die Helden dieses stillen Buchs.

Die Anfangsszene kommt dem Leser, der sich in der Gegenwartsliteratur auskennt, bekannt vor. Ein Mann jenseits der 70 sitzt beim Arzt und erhält eine tödliche Diagnose. Martin, Jurist, 76, hat Bauspeicheldrüsenkrebs. Zwölf Wochen gibt ihm sein Arzt. Und den Tipp: Er soll sich jetzt nicht umbringen. „Sie sagten, Sie wollten sich lieber das Leben nehmen als eines qualvollen Todes sterben“, teilt ihm der Arzt mit Blick auf ein länger zurückliegendes Gespräch mit, in dem Martin noch völlig gesund theoretische Überlegungen angestellt hatte. Martin solle seinem Sohn die Gelegenheit geben, sich von ihm zu verabschieden, rät der Mediziner. Sechs Jahre alt ist David. Martin ist ein später Vater.