Im Operettenhaus lässt die Schlagersängerin ihren Emotionen freien Lauf. Für ein kleines Mädchen wird es ein ganz besonderer Abend.

  • Beatrice Egli zeigt sich in Hamburg von ihrer emotionalen Seite.
  • Bei einem Song kann der Schlagerstar die Tränen nicht zurückhalten.
  • Für ein kleines Mädchen wird das Konzert ein ganz besonderer Abend.

Hamburg. Wo vor einem Monat noch der Musical-Cast von „Hamilton“ auf der Bühne stand, ist Beatrice Egli am Montagabend auf „Volles Risiko“ gegangen (so der Name ihrer Tour). Die Sängerin spielte im ausverkauften Stage Operettenhaus in Hamburg. Ohne Vorband, dafür aber zum Einstimmen mit Roland Kaiser und anderen vom Band.

Was vor der Show noch keiner wusste: Die gebürtige Schweizerin würde sich später von ihrer ganz privaten Seite zeigen.

Beatrice Egli: Feuershow bei Hamburg-Konzert

Der Saal ist rappellvoll – und bestuhlt. Eine kleine Herausforderung für die Schlagerbegeisterten, die teilweise mit Leuchtkrone, Fanshirt und, wie sich wenig später zeigt, definitiv auch zum Tanzen angereist sind. Von den roten Klappstühlen aufhalten lassen sich aber nur die wenigsten.

Während Egli im goldglitzernden Einteiler geheimnisvoll durch Nebelschwaden auf die Bühne schreitet, hält das Publikum nichts mehr auf den Plätzen. Dann heizt die Castingshow-Gewinnerin von 2013 gleich zu Beginn ihren Fans mit einer Feuereinlage ein.

Beatrice Egli zeigte sich bei ihrem Hamburg-Konzert im Stage Operettenhaus von ihrer emotionalen Seite.
Beatrice Egli zeigte sich bei ihrem Hamburg-Konzert im Stage Operettenhaus von ihrer emotionalen Seite. © Simone Jülicher | Simone Jülicher

Für Egli geht es an diesem Abend in der „Perle des Nordens“ um das Thema Neuanfang, das macht sie gleich klar. Mit neuer Band, neuem Team und neuen Songs. Und trotzdem lässt sie sich zu einem kleinen Rückblick hinreißen und erzählt von ihrer besonderen Verbindung zu Hamburg.

Beatrice Egli in Hamburg: Schlagersängerin bricht in Tränen aus

Wie sie vor elf Jahren von hier aus ihren Traum der Schlagerkarriere begann und bei „Deutschland sucht den Superstar“ teilnahm. Zehn Jahre später steht sie im Schneeköniginnen-Look mit voluminösem weißen Steppmantel im Stage Operettenhaus und gibt ihre Ballade „Zwischen den Wolken“ zum Besten.

Kaum ist der Song beendet, rollen die Tränen bei Egli. Sie erklärt: „In Momenten wie diesen vermisse ich sie.“ Die Rede ist von ihren Großeltern, die im letzten Jahr beide verstorben sind und zu denen sie eine ganz besondere Bindung hatte, wie sie erzählt. Die beiden waren auch vor vielen Jahren einmal in Hamburg bei ihr zu Besuch – Egli ist sich sicher, auch am Montagabend sind sie dabei.

Ergriffenheit füllt den Raum – Zeit, mit den Emotionen zu brechen und auf Schweizerdeutsch ihre Bergsteiger-Hymne „Matterhorn“ zu singen.

Beatrice Egli spricht sich bei Hamburg-Konzert gegen Hass aus

Es folgt eine Lobesrede auf die Unvergleichlichkeit ihres Publikums und ein Appell gegen Hass und Mobbing im Internet. Dann ein Mitsing-Moment zu „Volles Risiko“, bis das Publikum schließlich in eine 25-minütige Pause verabschiedet wird.

Im quietschgrünen Glitzeranzug zeigt sich Egli zum zweiten Akt dann publikumsnah auf der Empore zwischen ihren Fans, bevor sie zurück auf die Bühne eilt.

Beatrice Egli sorgte schon mit ihrem Outfit für glanzvolle Momente.
Beatrice Egli sorgte schon mit ihrem Outfit für glanzvolle Momente. © Simone Jülicher | Simone Jülicher

Als sie einen kleinen Fan vor der Bühne entdeckt, passt die Sängerin spontan ihr Programm an und singt, ganz zur Begeisterung ihrer Fans, das Lieblingslied des kleinen Mädchens.

Beatrice Egli bringt Fernsehshow-Momente nach Hamburg

Wie viel Neuanfang am Ende wirklich in der Beatrice-Egli-Liveshow steckt, liegt wohl im Auge des Betrachters. Dass sie das Schlager-Einmaleins aber perfekt beherrscht, hat sie an dem Abend mehr als einmal gezeigt. Ob mit Pyrotechnik, diversen Outfitwechseln oder ihrer Publikumsnähe – Egli scheint ihr Showkonzept mit eigener Band und Backgroundsängerinnen aus der ARD auch für ihre Konzerte adaptiert zu haben. Dabei begeistert sie mit musikalischem Talent und zeigt, dass ihr der Superstar-Titel nicht ohne Grund verliehen wurde.


Während sie emotionale TV-Show-Momente liefert, bricht sie auf der Bühne dann auch immer wieder aus. Raus aus ihrem oft so glatt gezogen wirkenden Fernsehimage, zeigt sie sich verletzlich und gern auch mal spontan. Auch an Komplimenten für die Hamburger Fans und die Stadt spart sie nicht und kommt damit wenig überraschend gut an.

Am Ende hätte die Bestuhlung aber wohl besser gefehlt – sitzen wollten hier die meisten nämlich eh nicht.