Hamburg. Ein Marathon in 32 Etappen: Der isländische Pianist Víkingur Ólafsson spielte Bachs Goldberg-Variationen eindringlich und anrührend.

Noch einer also. Und sofort die Frage: Muss das sein? Nachdem zuletzt Lang Lang mit einer interessant ernsten Deutung prominent zeigte, was tatsächlich doch noch in ihm und seiner Schwäche für arg übertreibende Repertoire-Rasanz steckt, macht sich nun Víkingur Ólafsson, mit zweieinhalb Jahrzehnten Anlauf, auf den sehr öffentlichen Weg den Berg hinauf. Durch eine Aria und die 30 aus ihr entwachsenden Goldberg-Variationen hindurch, die Bach vor gut 280 Jahren „denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung“ in seine Welt fantasierte. Ganz anderer Charakter, ganz andere Perspektive.