Gastbeitrag

FDP-Politiker Schinnenburg für Legalisierung von Cannabis

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Wieland Schinnenburg
Der Hamburger FDP-Politiker Wieland Schinnenburg setzt sich für die Legalisierung von Cannabis ein.

Der Hamburger FDP-Politiker Wieland Schinnenburg setzt sich für die Legalisierung von Cannabis ein.

Foto: dpa / Montage: HA

Der scheidende Bundestagsabgeordnete macht sich trotz der Warnung von Medizinern für die Legalisierung der Droge stark.

Hamburg. Wieland Schinnenburg, Noch-Bundestagsabgeordneter und Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion für Sucht- und Drogenpolitik, antwortet in einem Gastbeitrag auf die Warnung des Kinder- und Jugendpsychiaters Prof. Rainer Thomasius (Uniklinik Eppendorf) vor einer Legalisierung von Cannabis, die derzeit auch in den Gesprächen über eine Ampel-Koalition auf Bundesebene diskutiert wird:

So verteidigt Wieland Schinnenburg die Legalisierung von Cannabis

„Seit Jahrzehnten wird der Besitz von Cannabis strafrechtlich verfolgt. Dabei ist die Strafandrohung ganz erheblich: Schon der einfache Besitz kann mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Und dies auch, wenn niemand anders gefährdet wird. Trotz dieser Strafandrohung gibt es nach letzten Schätzungen rund sechs Millionen regelmäßige Konsumenten. Offenbar ist die Prohibitionspolitik gescheitert.

Gegen eine liberalere Politik wird eingewandt, dass Cannabis keineswegs ungefährlich ist. Das stimmt: Insbesondere jüngere Konsumenten tragen manchmal körperliche und/oder seelische Folgen davon. Aber gerade weil Cannabis nicht ungefährlich ist, brauchen wir eine andere Politik: Wer heute Cannabis konsumieren will, muss dazu auf den Schwarzmarkt, den es in jeder deutschen Stadt gibt. Dadurch wird die Gefahr durch Cannabis erheblich erhöht: Auf dem Schwarzmarkt gibt es keine kontrollierte Qualität, der Konsument erfährt nicht einmal, wie viel THC (der berauschende Bestandteil des Cannabis) der von ihm gekaufte Stoff enthält. Er muss auch mit unbekannten und gefährlichen Beimengungen rechnen.

Kontrollierter Verkauf mit kontrollierter Qualität nützt Staat und Konsumenten

Wie viel besser wäre doch ein kon­trollierter Verkauf mit kontrollierter Qualität. Dieser sollte nicht im Supermarkt erfolgen, sondern in Apotheken und speziell lizenzierten Geschäften. Neben dem Schutz der Konsumenten hätte ein solches Vorgehen weitere Vorteile: Der Staat dürfte mit Mehreinnahmen in Milliardenhöhe rechnen (der Schwarzmarkt führt keine Steuern ab …). Und es würden bei Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten Kapazitäten für wirklich gefährliche Kriminalität frei. Mein Motto: Ich habe mehr Angst vor einem Einbrecher, als davor, dass mein Nachbar kifft.“